Zur Medicin, Toxikologie und Pharmakologie
- Book ID
- 102747038
- Publisher
- John Wiley and Sons
- Year
- 1861
- Tongue
- English
- Weight
- 594 KB
- Volume
- 158
- Category
- Article
- ISSN
- 0365-6233
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โฆ Synopsis
2, Zur Medicin, Toxikologie und Phanuahologie,
-Ueber das Sumpf-Miasma; von Dr. X . L a n d e r e r .
Worin besteht das Surnpf-Miasma? Welche Hestandtheile enthilt dasselbe? Welche Zusammensetzung hat diese Sumpfluft? Diese Fragen tauchen jedesmal nuf, wenn an irgend einem I'latze Qriechenlands die Wechselfieber epidemisch auftreten, was auch ungliicklicher Weise in diesem Jahre der Fall ist. Was enthalt diese Sumpfluft, die besonders dbends nach Sonnenuntergang so schadlich auf den menscblichen Organismus einzuwirken vermag, dass der sich der Sumpfluft Aussetzende oft schon nach 24 Stunden yom Wechselfieber, vom Sumpffieber befallen wird, welches nach einigen Anfillen zum perniciosen Fieber sich umgestaltet und den Ungliicklichen dahinrafft. Was enthalt diese Malaria, die durch Endosniose eine solche Blutzersetzung, eine solche Beterockymensis sanguinis zu erzeugen im Stande ist? Wird das Sunipf-Miasma, die Sumpfluft, auf glZsernenTafeln, die mittelst Eis auf der Oberfliclie kalt gehalten werden, wlhrend der Nacht verdichtet, oder noch beacler auf Glasflaschen, die man rnit Eis gefiillt in reinePorcellanschalen stellt, iudern sich die Sumpfluft auf denselben verdichtet und in Form von Wassertropfen abrinnt, so kann man ein solches Wasser, das natiirlich rnit allen in der Sumpfluft enthaltenen Bestandtheilen gesattigt ist, einer chemiscben Untersuchung unterwerfen.
In dieser wYhrend der Naclit verdichteten Feuchtigkeit zeigten sich durch das hfilrroskop eine Unmasse organischer Bestandthcilc, die wahrschcinlich dic schnelle Zersetzung dcr Goldmlution zu bewirken im Stande sind und wodurch sich nur die Gegenwart von organischen thierischen Silhtanzen nachwciscn lasst. Bleibt die Flijssigkeit nur einige Stuuden sich selbst iiberiassen, so entwickelt sich ein unangenehmer stinkender Geruch, und Nitroprussidnatrium, so wic Bleisolution rnit alkoholiseher AmmoniaklSsnng zusammengeschuttelt, zeigen die Gegenwart von frei gewordenem Schwefelwasserstoffgas an, das sich aus den in dem condenbirten Wasser enthaltenen schwefelsauren Salzen entwickelte, die sich durch Clilorbaryum sehr leicht entdecken lassen.
Eben so leicht und sicher war die Entdeckung von Chlor in diesem, Sumpfluft enthaltcnden verdichteten Wasser. Ich wollte auch eine Untersuchung dieser Sumpfluft vornehmen und entleerte im Phalerus, wo sehr verderbliche Siimpfe sieh bildeten, welche als Ursache der Wechselfieber fiir Athen anznsehen sind, einige Flaschen, die ich rnit destillirteni Wasser gefiillt hatte. In dieser Sumpfluft fand ich die Bestandtheile der Luft, Kohlenslure und Sumpfluft mit Kohlenoxydgas. Auf die Gegenwart des letzteren schloss ich aus der Erscheinung, dass ein Papierstreifen, den ich mit ChlorpalladiunilSsung trgnkte und der in eine Flasche mit dieser Sumpfluft gebracht wurde, nach einigen Stunden vollkomnien schwarz wurde; eine Erscheinung, die sich auch zeigt, wenn man diesen Versuch rnit Kohlendampf unternimmt.
Ob nun die Einathmung dieser Gase, der Sumpfluft nLmlich, eine solche Blutzersetzung, eine wirkliche Blutgahrung, in Folge deren Fieber entstehen, hervorzubringen im Stande sei, oder ob eine eigenthiimliche Materie in dieser Sumpf luft enthalten ist, die eine Blutgahrung, gleich der Absorption des Eiters, die Pyiimie, hervorrufen kann, diirfte schwer zu beautworten sein.
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