Zur Kenntnis der Phenyl-thioschwefelsäure
✍ Scribed by Baumgarten, Paul
- Publisher
- Wiley (John Wiley & Sons)
- Year
- 1930
- Weight
- 424 KB
- Volume
- 63
- Category
- Article
- ISSN
- 0365-9631
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✦ Synopsis
Die organischen Thio-schwefelsauren der Formel R.S.SOsH entstehen in Gestalt ihrer schon krystallisierenden Alkalisalze durch Einwirkung von Alkylhalogeniden auf Alkali-tbiosulfate. In dieser Weise sind die verschiedensten A1 k yl-t hi osch we f els a ur en dargestellt worden. Die Methode versagt aber bei der Gewinnung von Aryl-thioschwefelsauren. Halogen-kohlenwasserstoffe mit aromatisch gebundenem Halogen reagieren nicht mit Alkali-thiosulfat'). Ein allgemeiner W e g zur Darstellung von Aryl-FschwefelQuren ist bisher nicbt aufgefunden worden. Daher blieben auch &e einfachen Aryl-thioschwefelsauren und ihr Typus, die Phenylthioschwefelsaure, unbekannt. Bekannt sind bisher nur gewisse i m Aryl substituierte Thio-schwefelsauren, \vie Diosy-aryll-thioschwefelsiiuren*) oder [Diamino-aryl]-thioschwefelsiiurena), welche aus Chinonen und Natrium-thiosulfat bzw. aus Phenylendiaminen und Natrium-thiosulfat in Gegenwart eines Oxydationsmittels entstehen, und die [Anthracy1-g]-thioschwefel-sZwe 4), welche aus [Anthracyl-91-dithiochlorid und Natriumsulfit dargestellt wird.
Eine Methode, welcbe es auch gestattet, die einfachen Aryl-thioschwefelsauren zu gewinnen, besteht nun in der direkten Sulfonierung der Sulfhydryl-Gruppe der Mercaptane. Die sonst iiblichen Sulfonierungsmittel versagen allerdings in diesem Falle, do& kommt man mi t t e l s der N-Pyridinium-sulfonsaure5) von der Formel C5H5N.S(OJ.0 leicht zum Ziel. Die N-Pyridinium-sulfonQure ist zu den vers&iedenartigsten Sdfonierungen befagte), und in iibnlicher Weise. wie sie Natriumsulfhydrat zu Thio-sulfat sulfoniert, so kann sie aucb Mercaptane in 8-Mercaptan-donsluren, d. h. in die entsprechenden Thio-schwefelsiiure-ester, UberfWen.
Die Reaktion verlauft bei Verwendung von Thio-phenol nach folgender Gleichung :
Es entsteht hierbei in quantitativer Ausbeute das gut krystallisierende Pyridiniumsalz der Phenyl-thioschwefelsaure, von dem aus ihre anderen Salze leicht zuganglich sind. So erhalt man ihre Alkalisalze durch Umsetzung des Pyridiniumsalzes mit Alkali-alkoholaten in alkoholixher LBsung.
Die Alkalisalze der Phenyl-thioschwefelsaure sind i n neutraler, wal3riger Losung recht besthdig. Auch i n saurer Losung ist die Besthdigkeit der Phenyl-thioschwefelsaure v e r h a l t n i d i g grol3. Eine mit Salzsaure angesauerte Losung weist selbst nach mehrwWgem Stehen bei Raum-Temperatur kaum Anzeichen einer Zersetzung auf. Bei erhohter Temperatur
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