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Zur Kenntnis der Cholesterinoxydation. Isolierung von 1 - Oxo - 2.13 - dimethyl-Δ9.14- dodekahydrophenanthrol-(7), einem neuen Abbauprodukt des Cholesterins, und Darstellung einiger Derivate

✍ Scribed by Köster, Heinrich ;Logemann, Willy


Publisher
Wiley (John Wiley & Sons)
Year
1940
Weight
425 KB
Volume
73
Category
Article
ISSN
0365-9631

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✦ Synopsis


Gholesterinoxydation. Isolierung von

1 -0x0 -2.13dimethyl -A""dodekahydrophenanthrol-(7), einem neuen Abbauprodukt des Cholesterins, und Darstellung einiger Derivate. [Aus den1 Hauptlaborat. d. S c h e r i n g A -G I Berlin ] (Eingegangen am 27. Februar 1940 ) Die Oxydation des Cholesterinacetatdibromids mit Chromsaure hat in den letzten Jahren eine groI3e Bedeutung erlangt, weil man aus dem zunachst isolierten Dehydroandrosteronacetat nach den verschiedensten Methoden das Testikel-Hormon, das Corpus-luteurn-Hormon und auch das Nebennierenrinden-Hormon hat darstellen konnen. Dieser oxydative Abbau verlauft aber keineswegs einheitlich, neben Dehydroandrosteronacetat hat man eine Reihe weiterer Abbauprodukte isoliert. Und zwar sind es hauptsachlich Verbindungen, die durch oxydativen Abbau d-r Seitenkette des Cholesterins entstanden sind. So konnten das 0x0-nor-cholesterinacetat, das Pregnenolonacetat, ein Acetoxylacton der Formel C,,H,,O,, Acetoxycholensaure, Acetoxyatiocholensaure und Methylisohexylketon aus dem Osydationsprodukt isoliert werden. Nur in einem Fall hat man bisher eine Aufsprengung des Ringsystems, und zwar des Ringes D des Sterinskelettes, beobachtet und die Acetoxyatiobiliensaure erhalten l ) Uns gelang es nun, eine weitere Verbindung zu isolieren, die nicht mehr das Vierringsystem der Sterine enthalt, namlich das Acetat des 1-0x0-2.13dimethyl-As~14-dodekahydrophenanthrols-(7) (I). I-Dieser Stoff 1aI3t sich wegen seiner leichten Sublimierbarkeit im Hochvak. bequem von den anderen Oxydationsprodukten trennen. E r krvstallisiert ausgezeichnet und hat folgende Eigenschaften : Schmp. 128 -1290; [a]:: -87" (CHCl,). Die Konstitution dieser Verbindung konnte auf folgendem Wege wahrscheinlich gemacht werden. Die Elementar-Analyse und auch das durch Bromtitration festgestellte Molekulargewicht (293, 298) fuhrten zur Aufstellung der Suminenformel C,,H,,O, und sprachen fur eine Aufsprengung des Ringsystems.

Eine um 2 U'asserstoffatonie reichere -erbindung ist bcreits in der 1,iteratur beschrieben, und zwar hat A c h t e r mann2) bei der Ozonisierung des B-Ergostenolacetats (11) und der anschlieljenden thermischen Zersetzung des Ozonisierungsproduktes eine TTerbindung der Forniel C,,H,,O, isoliert, der er das Strukturbild (111) zuerteilte:

.~ ~ 1) S. K u w n d n , Joiirn. pliarrtinc. SOC. Japan 56, 14 --16 r10361.

2 ) Ztschr. pli!-siol. Chem. %! , >, 141 r1934:. 3) Ztschr. physiol. Chem. 237, 236 [1935]. 4) Hm. Prof. Windaus danken wir fur freundliche Mitteilung dieses Befundes ton Achtermann. Leider konnten keine Mischschmelzpunkte genommen werden, da Vergleichssubstanzen nicht mehr zur Verfugung standen. 5) A. 460, 212 [1928]. 6 ) A. 500, 270 [1933].