Zur funktionellen Behandlung der Kniescheibenbrüche
✍ Scribed by K. Pap
- Publisher
- Springer
- Year
- 1960
- Tongue
- English
- Weight
- 329 KB
- Volume
- 52
- Category
- Article
- ISSN
- 1434-3916
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✦ Synopsis
Auf Grund unseres heutigen Wissens werden im Mlgemeinen die Knochenbr/iehe konservativ versorgt. Wenn dazu keine gute M6gliehkeit vorhanden ist, operieren wit. Als absolute Indikation f/it die Operation sind in Lehrbtiehern der Olecranonund Knieseheibenbruch erwahnt. Einige Autoren empfehlen start tier traditionellen Cerelage in gewissen Fallen aueh die Entfernung der Patella (in AnMogie zur Appendektomie, Choleeystektomie usw.) und sehen yon der wiehtigen biomechanischen Rolle der Patella ab.
Auf Grund unserer Methode und Behandlungserfolge seheint es zweekmal3ig, die obigen Ansehauungen zu revidieren. Die Knieseheibe --als Sesambein -unterscheidet sieh yon den meisten Knoehen, da ihre Entwieklung eher auf Zugals auf Druekkrafte zurfiekgeftihrt werden kann (K~oMPECtlE~). Eine gewisse Druckwirkung kann aber ebenfalls zugemutet werden dadureh, dag dieser dureh starke Bander zum Knie gedrfickt wird. Die Druekkrafte Mtten nut dann eine Bedeutung bei der Bruehbehandlung, wenn die Knieseheibe in der Frontalebene lamellenartig gespalten wiirde. Dies kommt abet selten vor. Daraus dtirfte ersiehtlich sein, dab der Druek als adaequater geiz bei der Patellabruchheilung nieht so ausgepragt ist wie bei den g6hrenknochen. Die Kompressionsbehandlung (GEE IFEN-STEISER U. a.) ist darnm bei den Brfichen der Knieseheibe prinzipiell weniger begrfindet, obwohl dies eher dutch die gute Adaption, Ruhigstellung und dureh die Spongiosatatigkeit ebenfalls zur Heilung ffihrt.
Als Entwieklungsanomalie ist die Patella partita (bttri-partita) bekannt, deren Vorhandensein die Funktion des Kniegelenkes nicht st6rt. Der gesonderte Teil ist gew6hnlich kleiner als die 2 Teile der quergebrochenen Kniescheibe, doeh als praktisehe Folgerung ware darans ableitbar, dab wean diese geteilt ist (Bruch) und die Teile nieht sehr auseinanderweiehen, die Funktion gut bleiben kann.
Betreffs der funktionellen Anatomie des Kniegelenkes, das wit als biologisehe Einheit: Arthron betraehten, muB zuerst der Reservestreekapparat erwahnt werden. Die Retinaeula patellae verbinden selbstandig den starken 24i. vastus tibialis und fibularis mit dem Tibiakopf (s. LA~z-WAcHSMUTH). Wenn diese unversehrt bleiben, diirfte eine MSgliehkeit dazu vorhanden sein, dag die l~etinacula transversalia die Verschiebung des proximalen Bruchstfiekes verhfiten, die Retinacula longitudinalia die Kniegelenksfunktion bis zur I-Ieilung fibernehmen. Aueh die gute Blutversorgung unterstfitzt die Iteflung, welches, wenn auch nieht in der Arch. orthop. UnfaU-Ghir., Bd. 52 55
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