Zur Frühlaminektomie bei traumatischer Querschnittsläsion
✍ Scribed by R. Gradischnig; F. L. Jenkner
- Publisher
- Springer
- Year
- 1967
- Tongue
- English
- Weight
- 723 KB
- Volume
- 61
- Category
- Article
- ISSN
- 1434-3916
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✦ Synopsis
Eingegangen am 1. Dezember 1966
Einleitung
Entgegen den Indikationen zu operativen Eingriffen bei anderen Zustanden besteht fiber die Richtlinien in der operativen Friihbehandlung yon Wirbeltraumen mit Zeichen yon Quersehnittslasion keine einhellige Meinung. Wahrend meist festgestellt wird, dab bei penetrierenden Verletzungen der Wirbelsaule immer zur Exploration laminektomiert werden soll, wird dies gelegentlieh abgelebnt, l~oeh unehlheitlicher ist die Auffassung fiber die Indikation zur Therapie geschlossener Wirbeltraumen. Von exzessivem Konservatismus zum genauen Gegenteil sind alle Meinungen vertreteu. Wahrend MvNuo andeutet, da6 es ,,naehgerade gefahrlich" sei, eine Exploration bei frisehen (Hals-)Wirbelverletzten vorzunehmen, hat WANAMAKEI~ keine Komplikationen bei 42 soleher Operationen berichtet.
Allgemein wird die Meinung ver~reten, dal~ nut bei Fortsehreiten neurologischer Erseheinungen bzw. Ausfalle die Indikation zur Operation gestellt werden soll und kann (P~AT~EI~ U. MAYFIELD). Bei sofortigem Einsetzen vSlliger Querschnittslgsion ira Augenbliek der Verletzung wird eine operative Intervention meist als sinnlos betrachtet. Demgegen/iber glaubt TA]aLOV U. KLI~GE~; TAI~LOV et al.), dab eine Laminektomie zur Dekompression auch in diesem letzten Fall indiziert ist, um eine etwa vielleicht doch noeh mSgliche Restituierung der Rfickenmarksfunktion zu erleichtern: dies sei aussiehtsreieh, wenn die Laminek~omie durchgeffihrt wird, bevor es zu groben anatomisehen ZerstSrungen gekommen ist. Es g/~be daffir genfigend Beispiele. COVALT, Coor~R, Ho~ u. l~vs~ haben innerhalb yon 4 Jahren mehr als 400 Paraplegiker behandelt und stellen lest, dab auf Grund ihrer Erfahrungen die meisten der schwerwiegenden Komplikationen, deretwegen Quersehnittsgelahmte oftma]s behandelt werden miissen, ganz verhfitet oder wenigstens teilweise gelindert werden kSnnen, wenn ein entspreehendes Programm in der Frfihbehandlung (wahrend der ersten 2 Woehen nach dem Unfall) eingehalten wh'd. Wir sollten uns die Erfahrung dieser und anderer GroSserienberichte, die seit dem Zweiten Weltkrieg hauptsaehlieh im angloamerikanischen Sehrffttum vorliegen, zunutze maehen. In allen diesen Berieh~en wird die erweiterte Indikation zur Frfihlaminektomie geste]lt. An zwei Fallen konnten wir die Stiehhaltigkeit dieser Indikation selbst beobachten. Es wird daher als angezeigt eraehtet, diese zwei Falle hier kurz zu beriehten, um an Hand dieser Falle das Prinzip der erweiterten Indikation zur Frfihlaminektomie zu besprechen.
Fallberichte Ein siebenjahriger Knabe, Seppi 1~., wurde in tragischer Weise yon seinem Bruder mit einem Long-rifle-Geschoft verletzt: aus einer Entfernung yon etwa 50 m traf das Geschol3 in
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