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Zur Frage der Tonentstehung im Kehlkopf

✍ Scribed by E. Dunker; B. Schlosshauer


Publisher
Springer
Year
1957
Tongue
English
Weight
821 KB
Volume
264
Category
Article
ISSN
0031-6768

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✦ Synopsis


Die zur Zeit i~ußerst lebhafte Diskussion über das Zustandekommen des ùprimären" Kehlkopftones i3, is ist durch neue theoretische Überlegungen (HussoN 7) und Experimente französischer Arbeitsgruppen s, il, i4, l: veranlaßt worden. Die bekannte ~erodynamisch-myoelastische Theorie mit ihren physikalischen Faktoren (Schwingungsf~higkeit der Stimmlippen, Druck, Geschwindigkeit und Menge der Anblaseluft) soll durch die sogenannte Neuro-Chronaxie-Theorie mit überwiegend physiologischen Faktoren ersetzt werden. Das Grundprinzip dieser neuen Theorie ist die Betätigung der Stimmlippenmuskulatur genau im Takt des von den höheren Zentren befohlenen Tones, dessen Schwingungsfrequenz also streng der Frequenz der Erregungsimpulse im motorischen Nerven entsprechen muß (,coup par coup"). Man stellt sich vor, daß der von der L£ngsmusku]atur in den Stimmlippen bewirkte Glottisschluß rhythmisch aufgehoben wird durch schriig in das Stimmband einstrahlende Muskelfasern des ,Vocalissystems2, 5''. Demnach müssen die Stimmlippen, auch ohne angeblasen zu werden, in der laryngoskopisch bekannten Weise schwingen. Die Anblaseluft soll nur sekund/~r die Schwingungsweite vergrößern. Bei der ermittelten niedrigen Chronaxie der Kehlkopfnerven (0,15--0,25 msec) sowie der entsprechend niedrigen Latenzzcit (5 msec) und kurzen Dauer einer Einzelzuckung (60 msec) des Musc. thyreoarytaenoideus wirren ,aktive" Stimmlippenschwingungen von einigen 100 Hz theoretisch vorstellbar. Die im Falsett(Kopf)-bzw. im ,kleinen" l~egister erreichten höheren Frequenzen werden von den Verfechtern der Neuro-Chronaxie-Theorie durch alternierendes Zusammenwirken der Fibrillationen von zwei bzw. drei Stimmuskeffasergruppen erklärt. Die Fibrillationsfrequenz jeder einzelnen Faser dieser Funktionseinheiten kann also um die H£1fte oder ein Drittel niedriger sein als die Frequenz der resultierenden Stimmlippenschwingungen. Es ist sehr fraglich, ob diese von den Verh~ltnissen am sensiblen Nerv. cochlearis abgeleitete Annahme für die Nerv-Muskeleinheiten des Phonutionsorgans irgendeine Bedeutung hat. Durch die bisher vorliegenden Aktionspotentialmessungen am Recurrensstamm a, i~, i4 und am ganzen Stimmmuskel l, % 17 ist wenig bewiesen. Messungen mit Mikroelektroden an


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