Zur Erblichkeit der Alzheimerschen Krankheit
β Scribed by Georg Zawuski
- Publisher
- Springer-Verlag
- Year
- 1960
- Tongue
- English
- Weight
- 675 KB
- Volume
- 201
- Category
- Article
- ISSN
- 1433-8491
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β¦ Synopsis
Die degenerativen Hirnerkrankungen sind hinsiehtlieh der J~tiologie und Pathogenese noeh weitgehend ungekl~r~. Insbesondere sind bei Morbus ALZH~IMm~ heredit~re Faktoren immer wieder als bedeutungsyell angesehen worden. Zu einer Untersuchung fiber das famfli/~r-heredit/ire Vorkommen der Alzheimerschen Krankheit wurden wir yon dem folgenden Fall angeregt : I)er Proband Karl F., Kr.-BI. Nr. 1175/56, 898/58, ist im Alter yon 45 Jahren in unserer Klinik gestorben. Es handelt sieh um den Fall 6 der beigeffigten Stammtafel. Die Geburt und friihkindliehe Entwieklung waren normal. In der Schule lernte er gut, naeh aehtj~hrigem Volkssehulbesueh wurde er Bfiroangestellter. In diesem Beruf bew/~hrte er sieh jahrelang gut, bis seine hier besproehene Krankheit 1956 zum Ausbruch kam. Im Wehrdienst erlitt er eine Granatsplitterverletzung des reehten Auges, als derert Residuum ein Kolobom und eine Visusbeeintr~ehtigung verblieben. In russiseher Kl'iegsgefangensehaft maehte er angeblich Dystrophie mit 0demen durch. Sonst war er bis 1956 nie ernstlieh krankl Im Jahre 1950 heiratete er. Die Ehe ist kinderlos geblieben, weft die Ehefrau steril sei. Laut Beriehten der Ehefrau war der Verstorbene bereits seit 1952 psyehiseh leicht auff/illig, obwohl seine Krankheir erst 1956 eindeutig manifest wurde. Er sei ,,nieht wie andere Leute" gewesen, sei ungern unter die Mensehen gegangen, habe immer nut alleine mit seiner Ehefrau sein wollen und sei immer schon um 17.00 Uhr sehlafen gegangen. Des weiteren sei er immer nachdenklieh und tile froh gewesen. Er babe des 5Iteren ge~uBert, dab er friih sterben werde. Bis 3~grz 1956 arbeitete er abet noch regelmgBig, seit dieser Zeit wurde er ambulant nervenfaehgrztlieh behandelt, weft die ersten sti~rkeren Zeiehen der Krankheit aufgetreten sind. Unser Patient war zu dieser Zeit 43 J~hre alt. Er Magte fiber VergeBliehkeit und Konzentrationssehwgehe, war nicht mehr fghig, seine Arbeit als Versieherungsangestellter zu verriehten, weft ihm immer wieder l~eeherffehler unterlaufen sind. Im August 1956 wurde er in unserer Klinik station/~r nntersueht und begutaehtet. Dis auf leiehte Koordinationsst6rungen und eine Dysdiadoehokinese beiderseits entsprachen die kSrperliehen Befunde der Norm. Auf psyehopathologisehem Gebiete imponiergen dagegen sehwere St6rungen. Der Proband war wghrend der Untersuehung/~ngstlieh, unsieher und gehemmt, spraeh langsam, einsflbig, meist nur im Telegrammstil. Fragen kormte er nur zSgernd und erst naeh Ablauf einer gewissen Zeit beantworten, mugte immer wieder ~iiekfragen stellen. Es wurden sehwere mnestisehe StSrungen eruiert. Der Untersuehte vergaB bereits naeh weniger als 1 min sowohl Zahlenreihen als aueh kurze Sgtze, bet ausgesprochen sehleehte l~eehenleistungen. Bei fortlaufender Subtraktion war er nieht Arch. Psychiat. Iffervenkr., 13d. 201
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