𝔖 Bobbio Scriptorium
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Zur Entwicklungsgeschichte der Naphtol AS-Farbstoffe

✍ Scribed by Dr. W. Kirst; Dr. W. Neumann


Publisher
John Wiley and Sons
Year
1954
Tongue
English
Weight
673 KB
Volume
66
Category
Article
ISSN
0044-8249

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✦ Synopsis


Es wird ein Ruckblick auf die vierzigjahrige Entwicklung d e r Naphtol AS-Farbstoffe gegeben, die sich durch eine sehr reichhaltige Palette und groBe Kombinationsmiiglichkeit auszeichnen. Vor allem werden die Besonderheiten ihrer Eigenschaften und deren Variation mit d e r Art d e r Substituenten, sowie die Herstellung haltbarer Diazosalze (Echtfarbesalze) behandelt. Schon vor der Entdeckung der substantiv auf Cellulosefasern ziehenden Farbstoffe durch Biiffiger im Jahre 1884 hatten 1880 Graessler') bzw. Thomas und Hollidaya) angeregt, unlosliche Azofarbstoffe auf der Faser selbst zu erzeugen. Sie trankten Baumwollfasern mit einer alkalischen Ldsung von p-Naphtholnatriurn und entwickelten den Farbstoff durch Nachbehandlung der Faser mit einer Losung von diazotiertem p-Naphthylamin. Diese Arbeitsweise scheiterte technisch zunachst an vlelen Schwierigkeiten. Die Farbungen mit den von Bdfffger vorgeschlagenen 16slichen Farbstoffen wiesen ungeniigende Na6echtheiten auf. Erst Koechlin und v. Gallois sowie Ullricha) gelang es, das Verfahren so weit zu entwickeln, das es in die Technik eingefiihrt werden konnte. Ihre Arbeiten erstreckten sich vor allem auf das ,,Pararot", diazotiertes p-Nitranilin auf @-Naphthol gekuppelt, das wegen seiner Wasch-und Lichtechtheit und der einfachen Anwendungsweise im Zeugdruck zu einem bedeutenden Produkt dieser sog. ,, Eisf a r b e n -T e c h n i k " wurde.

Die ,,Eisfarben-Technik" spielte besonders fiir den Zeugdruck eine Rolle. Hier war es nicht schwierig, den rnit @-Naphtholnatrium-Ldsung getrankten Stoff zu trocknen, ihn dann rnit angedickter Diazo-Losung zu bedrucken und das auf dem unbedruckten Anteil zuriickgebliebene p-Naphtholnatrium herauszuwaschen.

In der Firberei war es dagegen sehr schwierig, mit P-Naphtholnatrium-Losung getrankte Game so zu trocknen, daD gleichmiBige Firbungen durch Entwickeln mit diazotiertem p-Nitranilin erzielt werden konnten.

Entwicklung der Naphtol AS-Produkte

Soweit war die ,,Eisfarben-Technik" entwickelt, als 1909 im wissenschaftlichen Laboratorium des Werkes Oehler (Offenbach/Main) der Chemischen Fabrik Griesheim-Elektron, des heutigen Werkes Naphtol-Chemie Offenbach der Farbwerke Hoechst AG., Arbeiten begonnen wurden, die zur Entdeckung der Verbindungen gefiihrt haben, die unter dem Namen , , N a p h t o l A S " -P r o d u k t e weltbekannt geworden sind. Dort beschaftigte man sich rnit det Herstellung von Farbstoffen, die fur die Farblackbereitung geeignet sein sollten. Neben anderen Azofarbstoffen wurden auch solche untersucht, die von der 2,3-Oxynaphthoel) DRP. 14950 [vom 28. 11. 18801. ' ) E. P. 2757 [I8601 1638 [I88l] 2946 [I8821 2580 [1885. *) L. Diserens: DIe hewn Fortscirltte In der Anwendung der Farbstofte, Band I, 4. Kap., S. 304; 2. Aufl. 119461.


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