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Zur Constitution der Harnsäuregruppe

✍ Scribed by Medicus, Ludwig


Publisher
Wiley (John Wiley & Sons)
Year
1875
Weight
615 KB
Volume
175
Category
Article
ISSN
0074-4617

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✦ Synopsis


Unter den hinterlassenen Praparaten S t r e c k e r Is, meines leider der Wissenschaft und seinen Schiilern zu friihe entrissenen unvergefslichen Lehrers, fand sich eine Reihe von Salzen z m i e r neuen , der Harnsauregruppe angehorigen Siinren , der ,,O10~8duTtP, und einer ,,neueR 8~Ywa n w Oxonsaweu. J b lag hieriiber aufsserdem eine Hdhe von Analyseo vor, sus denm hervorging, dab der eiaen Silure, der Oxm.saup.e, die Formel C*H6N*04 znkornme, und (ids sie zwei Reihen von Satzen mit i oder 2 At.omen einwerthiger Mrtalle zu b i l k 1 im Stande sei. Sle war dvrch die Einwirkung des atrrtospharischen Sauersioffs auf Harnsiiure in alkelisebr Liisung entstanden und mittckt Essigsaure als saDres Kaliunisalz uus Losungcn yefallt wordon Firr die new duure a168 &xms&ursu hattr: sich die Pareid der Lantanursiiure, CSH4N*Os~ ergeben. Die& wwen so ziemlich die Anhaltspunkte , die mir fur die Wiederaufnahnie diesrr Untersuchurig zu Gebote standen. !)it! Ozomiiure war wohl neben &h-oxansidum durrh einfache tijxydation mittelst des atinospharischen Sauerstoffs entstanden, i d es galt nun, sie auf diesem Wege wicder zu erhalten. Es wurde zu diesem Behufe harnsaures Kali in der von S t r e c k e r +:J fur die Darstellung der IJrosansiure angegebenen Weise mittelst Durchleitens von Luft oxydirt, um zu constatiren , dars auf diese Weise oxonsaures Kali mtstehe. Zunhciist war es yon Interesse zu errnitteln, ob hierbai Ammmduk austrete, was nach ,der Gleichung : CbH."'08 .$-0 + 2 8 ' 0 = C'H'N'O' + CO' + NB' *) Diana Annalen 166, 177. slattfindeii mufste, wahrend bei allehiger Bilaung von iuoxansaurem Salz diers Richt der Fall eein konnk, denn : CWN'O' f 0 + Z W O = C6FIRb"Oe.

Es wnrde deshalb der Versuch einc &it laiig unkrbrochen, un so die FortfGhrung des gebildeten Amnioniaks durch den Luftstrom aafzuheben, und liefs sic4 denn auch der Austritt von Ammoniak leicht conslathen.

Der Yersuch wurde nun vullendet, d. h. es wurde oxydirt, bis uine Probe auf Zusate von Salzssiure-keine tiariiaaure mehr fallen liefs. Jetz tliandelte es sich darum, das uroxonsaure Salz zu isoliren. Ich versuchte eunachst, das oxonsaure Kell durch sterke Abhllihlung (----I@) zu enlferrren ; die Liisung war jedoch anscheinend xu verdiinnt und ich rrhielt keine Abscheidung. Nun wollte ich, da mir die Notiz iiber die Fallltukeit durch Essigsiiure eirtgangen war, durch fractionirk tirystallisation trennen, erhielt auch ein Salz, das im Kalium-, Kohlenstow-uiid Wassrrstoffgehslt niit dew neutralrn oxonsauren Kali iibereinstirninte. Allein beim Umkrpstallisileii zersetzte sich dieh niir stets, so daD ich die Prage, oh wirkiich oxonsaures Salz entstarideii sui oder nicht, denn doch nicht a h endgiiltig erledigt betrachten durfte.

Ich mofstt? dcshalb den ganzen Versuch wiederliolen, was stets geraume Zeit etwa, Jahr, in Anspruch nimmt. Da ich mittlerweile die Kotix iiber die Fallbarkeit durch Essigslure entdeckt hatte, niactte ich cinen Versuch in dicser Richtung; er crgab mir jedoch kein saures oxonsaures Kali, sondern das Zersetzungsproduct C3HBKN*08, so dafs ich schiiefslich zor ersten Methode der fractionirten Krystallisation, zurhckkehrte. Es gelang mir so auch sehr gut, die Bildung drs oxonsmren Salzes bei Oxydation von Harnsiiure in alkaliscber Liisung nachzuweisen. Zur bolirung wird die klare Liisung, die durch die Uxydation crhalteii wird, auf dem Wasserbade etwas concentrirt, *) Die Andysen, die S t r e c k e r aumhit, aind darohweg ron Rscticanten im Laboratoriam ausgefiihrt. *) Dicne Anunlen l V B , i3. **) Bull. IOC. chim. 121 18, 97. ' 1 Berichte der dimtsclen c,hhumiaohen Gemltschaft 6, 1104. I') Darelbst ?, 229. *) Berichta der deiibchen cherriinchen Qeiellsohsft ?, 2G. *") Zeitschrift f i r Chemio 1667, 614. *'") Diese Aiinslan 161, 1.

t) Dsualbst l6@, 366.


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