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Zur Behandlung der suprakondylären Femurfraktur

✍ Scribed by Georg Wense


Publisher
Springer
Year
1956
Tongue
English
Weight
242 KB
Volume
48
Category
Article
ISSN
1434-3916

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✦ Synopsis


Verletzungen im Bereich des Kniegelenks geben ebenso wie solche im Ellbogengelenksbereich uns hinsichtlich der Behandlung aus mehreren Griinden besondere Probleme auf. Dazu kommt, dab der in jfingster Zeit zunehmende Hang zur operativen Vereinigung yon Bruchstficken mit Draht, Ni~geln oder Schrauben gerade im Bereich dieser beiden Gelenke, AnlaB gibt, die Sp~tergebnisse der konserv~tiven Behandlung kritisch zu beurteilen.

Zuvor einige Bemerkungen fiber die verschiedenen Arten der suprakondyl~ren Femurfrakturen und ihre Entstehung. Die Briiche im Bereich der Kondylen des Oberschenkels sind verh~ltnism/iftig selten und finden in der Literatur nur wenig Beachtung, denn bei Traumen im Bereich des Kniegelenks kommt es vie] h~ufiger neben Sch~digungen des Bandapparates zu Brfichen des Tibiakopfes. Das Ver-h~ltnis der Oberschenkelrollenbriiche zu jenen des Schienbeinkopfes wird mit 1:4 (CLARKE) und 1 : 9 (Koch) angegeben. Der Kopf des Schienbeins fiberr~gt um mehr als Schaftbreite die Tibiadiaphyse und bietet besonders bei gebeugtem Knie den der grSi]ten Gewatteinwirkung ausgesetzten Teil des Gelenks. Da diesemKnochenvorbau die Stfitzung yon unten weitgehend fehlt, ge]ingt es dem hammerfSrmigen Femurkondy] leichter, den Tibiakopf einzudrficken, bevor er selbst berstet.

Von den Bruchformen ist der h~ufigste der ,,T"-oder ,,Y"-fSrmige Bruch meist mit Absprengung zahlreicher kleiner Knochenstficke, jedoch waren unter uaseren 32 F/i]len auch 8 F~lle mit Abbrfichen aus einer Kondylenrolle und zwar 4mal der i~uBeren und 4mal der inneren Rolle. Wir kSnnen also ~N~ELLE nicht beipflichten, der der Ansicht ist, dal~ ein Kondylenbruch zu den grol~en Seltenheiten geh6rt. Der ~bgesprengte Tell der Rolle verschiebt sich durch den StoB an den Schienbeinkopf nach cranial, gleichzeitig kommt es zu einer Achsenverschiebung mit nach hinten offenem Winkel. Gerade bei der Reposition und Fixation dieser Brfiehe werden zahlreiche Arten yon Schrauben und Pl~tten verwendet.

Den yon KSSTLEI~ beschriebenen Meiselbruch des hinteren Anteils der l~olle, der bei extrem gebeugtem Knie vor allem bei Verletzungen bei der Grubenarbeit vorkommt, konnten wir nicht beobachten und sei nur der Vollstandigkeit halber erwghnt.

Die typische suprakondyl~re Oberschenkelfraktur zeigt durch den Zug des gastrocnemius eine mehr oder minder starke Rekurvation mit nach vorne offenem Winkel. DaB es dadurch zu einer Drucksch~digung der Gefi~Be und Nerven in fossa poplitea kommen kann, konnten wir nicht beobachten. Eine Varus oder Valgusstellung sowie Rotationsverschiebung ist viel seltener als z. B. bei der suprakondyli~ren Oberarmfraktur zu beobachten, d a d a s Ellenbogengelenk durch


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