𝔖 Bobbio Scriptorium
✦   LIBER   ✦

Zur Arbeit: Madea B, Hen�ge C, Lockhoven HB (1986) Priorit�t bei mehrfachen Schu�verletzungen des Sch�dels. Z Rechtsmed 97:213?216

✍ Scribed by Sellier, Karl


Publisher
Springer-Verlag
Year
1987
Tongue
English
Weight
131 KB
Volume
98
Category
Article
ISSN
1437-1596

No coin nor oath required. For personal study only.

✦ Synopsis


Der Argumentation der Autoren in der Diskussion vermag ich nicht zu folgen.

Zwei Schfisse haben getroffen. Das rechts eintretende Gescho6 ist unzerlegt durch den Kopf gegangen, hat also sicher mehr Energie an den Sch~idel abgegeben als das andere, welches links die Stirn nur streifend getroffen hat. Durch die Bruchkante ist dieses Geschog geteilt worden: der eine Teil mit 5,3 g blieb stecken, der andere yon 9,2 g wurde reflektiert. Die Wahrscheinlichkeit der Erzeugung eines Berstungsbruches (tiberdrucksbedingt) ist ffir das ,,rechte" Ge-schoB wegen der grOgeren Energieabgabe ungleich h6her. Diese Tatsache verneinen die Autoren indirekt, indem sie schreiben (S. 218): ,,H~itte diese -nach Auffassung der Autoren vom ,,linken" Geschog erzeugte -Berstungslinie noch nicht bestanden, so mtigte der auf das rechte Scheitelbein auftreffende Schu6 seinerseits ein ausgedehntes Berstungsbruchsystem verursacht haben."

Die Autoren gehen davon aus, dab der linksseitige Stirnschu6 das Bruchlinien-System verursacht hat. Die umlaufende Bruchlinie h~itte am rechten Schu61och enden mtissen, wenn dieses Schugloch eher dagewesen wfire. Aber kann man behaupten, dab die an der rechten Schfidelseite vorhandenen Bruchlinien ~berhaupt alle vom linken Gescho6 stammen? Wie sieht es mit der Bruchlinie aus, die vom rechten Schugloch nach abwfirts zieht? Diese ist doch offensichtlich vom rechten Gescho6 erzeugt.

Man kann n~mlich -entgegen den Argumenten der Verfasser auch so argumentieren: das rechte Loch war zuerst vorhanden, erzeugte, auch aus energetischen Grfinden, diesen umlaufenden Berstungsbruch. Der linksseitige Schu6 kam sp~iter, dessen 13ffnung liegt (zuffillig) fast tangenial der Berstungsbruchlinie an (Abb. 1 der Arbeit), hat abet mit deren Erzeugung nichts zu tun.

Man kann aber auch den Autoren folgen, aber mit einer ganz anderen Begrtindung: der erste Schu6 war der linke Stirnschug. Er hinterlieg im wesentlichen nur die eigentliche lgngliche Schu66ffnung. Der zweite Schuf3 war der rechte. Er erzeugte die horizontale Bruchlinie.

Ich meine: anhand der Art und Form der Bruchlinien ist die Reihenfolge der Schtisse ununterscheidbar, da nirgends Bruchlinien an anderen enden, die PUPPE'sche Regel also gar nicht anwendbar ist.