𝔖 Bobbio Scriptorium
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Zum Problem der Wachsbildung im Organismus der Bienen

✍ Scribed by Buchner, Georg


Publisher
John Wiley and Sons
Year
1935
Weight
272 KB
Volume
42
Category
Article
ISSN
0931-5985

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✦ Synopsis


Es darf als sichergestellt gelten, daO die Bildung tler Fette irn Organismus der Pflanzen und Tiere durch einen Urnbau der Kohlenhydrate, i n letzter Link der Glucose (Traubenzucker) oder durch einen Aufbau aus dessen Spaltungsstiicken vor sich geht. Das gleiche gilt von den Stoffen, die man unter der Gruppe der Wachse zusarnrnentaRt. Bei diesen sind, irn Gegensatze zu den Fetten, die liochrnolekularen Fettsauren nicht rnit dern 3 Kohlenstoffatome enthaltenden, dreiwertigen Alkohol Glycerin, sondern hauptsachlich mit hodimolekularen Alkoholen (Melissylalkohol, Cerylalkotiol u. a.) verestert. Es handelt sich hei beiden Stoffgruppen vor allern u m die Biltlung hochrnolekularer Fettsguren aus Zucker. Man kann sicli noch dern gegenwartigen Stand unseres Wissens wolil allgerneine Vorstellungen uber diesen Bildungsgang rnachcn, aher eineii Einhlick in den niiIier.cn rhemischen Mechanismus dieser Vorgange konnten wir bislier noch nic*ht gewinnen. Wir haben hei diesen Vorgangen verwickelte biologisc*he Reaktionen, ditx gewiB untcr Clem EinfluR von Enzyrnen verlaufen unrl von solchen geregelt werden. Es ware von groRer Redeutung, wenn wir durch rein chemische Prozesw irnstande wiir.cn, aus Zuvker Fette orltbr Waclise hrrzustellen. E m i 1 F i s v 11 e r') iiuRertc. sivli ii1)t.r diest. Rildungen: ,,Man kann sicli z w w oliiit. groRe Svliwierigkeit vorstellen, wie durch Spaltung van Traubenzucker Gly-( w i n oder durrli Zusarnnientreten von 3 Molekiiltw Glucose cine Siiurr rnit 18 C-Atomen zustandekornmt. Aher geheininisvoll hlciht tlie starke Reduktion, tlie hei der Urnwandlung dcs saurrstoffrcic.liei1 Zuvkrrs in die saucrstoffarmen Fettsiiureii stattfinden muR. Tch denke rnir, daR diese Arheit a1inlic.h wie 1x4 der alkoliolischen Garuiig durcli Versvliit+unq von Saucrstoff innerlialh des Molekiils und Ahspilltuna von Kolilensaure geleistet wir(Li' An anrlerer Stelle sagt E m i 1 F i svh t'r2): ,,Es ware in Erwagung zu ziehen, daR nian ilureh verscliiedene Garungsvorgange aus Zucker niedere Fettsauren erhiilt, die sicli auf d t m Uniweg iiher Milclisaure bilden, welclie, stets primar entstehend, in Acetaldehyd und Arneisensaure zerfallt, worauf sieli iler Aldehyd durvli Aldolkondensation i n Buttersaure verwandelt. Durch Wiederholung dieser Kondensation konnten schlieRlich holiere ungesattigte oder nacli Anlagerunu; von Wasserstoff gesattigte Fettsauren entstehen. Dadurcli wurde sich auch der Urnstand erklaren, daR die hoheren in der Natur vorkomrnenden Fettsauren stets ein unverzweigtes Kohlenstoffgerust und fast durchwegs eine gerade Anzahl von Kohlenstoffatornen enthalten." Da der Aufbau von Fettsauren aus Traubenzucker eine umfangreiche Reduktion erfordert, wiirde sich zur Erklarung des Auftretens eines sauerstoffarmeren Produktes denken lassen", daB unter Abspaltung von Kohlensaure und Wasserstoff zuerst Aldehyd und dann ein viergliederiges Aldol oder Buttersaure entstehen wiirde: C,H 0 , = 2 C H O + 2 f I , + 2 C 0 9

(2 C,f140 = C,I%8d, = Aldol oder Buttersaure).

-~ 1) Organische Synthese untl Biologie, 100F.

  1. G r a f e , Biocheiiiie. J, 0 p 1) tt 11 h e i ni e r , Uiochemie.

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