Den Naturwissenschaften biologischer Richtung ist gemeinsam, daB man im Laufe ihrer Entwicklung von einer mehr qualitativen Betrachtungsweise zu quantitativen Untersuchungen uberging. Dieser ProzeB hat bei den einzelnen Wissenschaften zu verschiedenen Zeitpunkten begonnen und ist dem-gemaD auch vers
Zum Geleit
β Scribed by Dr. V. Brehm
- Publisher
- John Wiley and Sons
- Year
- 1937
- Tongue
- English
- Weight
- 249 KB
- Volume
- 35
- Category
- Article
- ISSN
- 1434-2944
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β¦ Synopsis
Die Verfasser der in der vorliegenden Festschrift vereinigten Abhandlungen mogen uberrascht gewesen sein, daB die Aufforderung zur Mitarbeit an derselben nicht von einem der Zoologischen Institute Leipzig, Seeon oder Ankara ausging, sondern von der Biologischen Station Lunz. Sollte jedoch die Festschrift wirklich eine Uberraschung werden, so muBte sie von einer Stelle aus geleitet werden, an der der Jubilar zur Zeit nicht anwesend war. Auch mochte der Umstand, daB die Unterzeichner des Aufrufs seit der Grundung der Biologischen Station Lunz zu den Mitarbeitern Prof. Wolterecks und speziell auch zu denen der in Lunz gegrundeten ,,Revue" gehoren, mitbestimmend gewesen sein, daB von maBgebender Seite gerade ihnen die Redaktion der Festschrift anvertraut wurde.
Diese Umstiinde berechtigen wohl aucli dazu, als Ausgangspunkt zu unserem Geleitwort ein personliches Erlcbnis zu wahlen, das mit der Grundung der Station Lunz zusammenhiingt. In den Weihnachtsferien des Jahres 1905 befand sich der Schreiber dieser Zeilen auf der Fahrt nach Liinz, um einer Einladung Prof. Coris Folge zu leisten, durch die eine Reihe jiinger Biologen zusammengerufen wurde, u m unter dem Vorsitz Prof. Wolterecks in Lunz die Vorarbeiten zur Grundung der genannten Station in Angriff zii nelimen. Wiihrend der Zug durch die Winterlandschaft von Pdclilarn aus dem Ziele entgegenfuhr, ergab sich mit einem jungen, gegeniibersitzenden Herrn ein Gesprach. Da dieser reichlich mit Schmissen versehen war, tauchte zuniichst die Vermutung auf, daB der Reisebegleiter ein ebenfalls nach Lunz berufener Grazer Student sei. Welche Verbluffung lljste die Vorstellung aus, die ergab, daB der vermeintliche Grazer Studiosus niemand anderer war als Prof. Woltereck, den ich mir als alten Herrn mit wallendem weiBen Bart vorgestellt hatte. Die falsche Vorstellung war berechtigt, wenn man bedenkt, was Woltereck damals bereits auf wissenschaftlichem Gebiete geleistet hatte. Nach Veroffentlichung der bei Weismann durchgefuhrten Dissertationsarbeit uber die Reifung und Entwicklung des Ostrakodeneies habilitierte sich der junge Zoologe mit einer Arbeit, deren Gegenstand Bau und Entwicklung der Polygordiuslarve war. AnschlieBend folgten weitere eingehende Trochophorastudien, die z u r Auffindung zweier verschiedener Entwicklungstypen der Polygordien fuhrten, einer Entdeckung, die bei der Bedeutung, welche Polygordius fur phylogene-Int. Revue d. ees. Hydrob. u. Hydrogr. 35.
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