Wissenschaft und Musik. XLIV. Symposium der Gesellschaft für Wissenschaftsgeschichte e.V., München, 17. bis 19. Mai 2007
- Publisher
- John Wiley and Sons
- Year
- 2006
- Tongue
- German
- Weight
- 86 KB
- Volume
- 29
- Category
- Article
- ISSN
- 0170-6233
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✦ Synopsis
Naturwissenschaften und Musik weisen eine Vielzahl historischer Berührungspunkte auf, die -angeregt nicht zuletzt durch das aktuelle Interesse der Neurophysiologie an der Musik -in den letzten Jahren verstärkt Gegenstand kulturwissenschaftlicher Forschung geworden sind. Inhaltliche Bezüge sind insbesondere in der Lehre von den Intervallen und der Akustik sowie der mehrere Wissensfelder umgreifenden Lehre von den Proportionen gegeben: hier hatten Mathematik, Physik und Musik seit der Antike ein gemeinsames Betätigungsfeld. Und mit der elektronischen Musik der Moderne erweiterte sich diese Verbindung bis hin zur Entwicklung neuer Kompositionstechniken (sequentielles Komponieren beziehungsweise algorithmisches Komponieren) und Instrumente. In den beschreibenden Naturwissenschaften zeigt sich die Rolle der Musik im ,Klang' als einem (neben der spezifischen Schwere und der Kohäsion) wesentlichen Klassifikationsmerkmal anorganischer Naturkörper -was seinen Niederschlag nicht zuletzt in der Naturphilosophie G. W. F. Hegels fand, in welcher der ,Klang' (neben der Dichte, der Kohäsion und der Wärme) eines der "abstrakten Momente der Individualität" ist: in ihm komme die (einfache) Form als "mechanische Seelenhaftigkeit zur Erscheinung".
Das 44. Symposium der Gesellschaft für Wissenschaftsgeschichte vom 17. bis 19. Mai 2007 soll ein Forum zur kritischen Diskussion der Beziehungen von Wissenschaften und Musik in der Geschichte bieten. Der Begriff ,Musik' ist dabei bewußt weit gefaßt: Er steht für akustische Phänomene ebenso wie für die ,Kunstform', für die praktische Musik ebenso wie für die Musikwissenschaft. Analog dazu sind alle Epochen der Wissenschaftsgeschichte angesprochen von der Antike bis zur Moderne sowie nicht zuletzt außereuropäische Musikkulturen. Wenn so der Kreativität der Referenten, entsprechende Beziehungen zwischen Naturwissenschaften und Musik aufzuspüren und zu analysieren, möglichst wenig Grenzen gesetzt werden sollen, so zielt die Tagung doch vor allem auf Ansätze, welche die Phänomene und Entwicklungen von Geistes-und Naturwissenschaften und Musik im 19. und 20. Jahrhundert als Produkt(e) gemeinsamer kultureller Praxis verstehbar machen.
Das ,Call for papers' richtet sich an Wissenschaftshistoriker und Musikwissenschaftler, aber auch an Kulturwissenschaftler anderer Disziplinen, die sich von dem Thema angesprochen fühlen. Pro Beitrag sind 45 Minuten (30 Minuten Vortrag, 15 Minuten Diskussion) vorgesehen. Es können aber auch kürzere Vorträge ange-
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