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Weitere Untersuchungen über Salzkontrakturen am Herzmuskel von Kaltblütern

✍ Scribed by Karl Eduard Rothschuh; Martha Bruns


Publisher
Springer
Year
1948
Tongue
English
Weight
624 KB
Volume
250
Category
Article
ISSN
0031-6768

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✦ Synopsis


Einleitung und Fragesfellung. In der vorangehenden Arbeit yon K. E. ROT•SCHUH und H. FENCER 1 wurde nach einleitenden Er5rterungen fiber offene Fragen auf dem Gebiete der Muskelkontraktur fiber Ergebnisse von Untersuchungen fiber die kontrakturerzeugende Wirkung yon n/10 Neutralsalzl5sungen nach Art HOF3~EISTE~scher Ionenreihen beriehtet. Unter diesen Kontrakturen nehmen dis Kaliumkontrakturen eine besondere Stellung ein. Denn eine k0ntrakturerzeugende Wirkung yon Kaliumionen ist sehon in den relativ geringen KonZentrationen, wie sie im tIerzmuskel selbst xi0rkommen, nachweisbar (K. E. ROTHSCHU~). AuBerdem ist die Wirkung sehr plStzlieh u n d i n geringen Konzentrationen schnell und spontan reversibel, so dab die K -K o n t r a k t u r fast einer Kontraktion ~hnlich ist. Schlieglich hinterl~iBt die K -K o n t r a k t u r keine merklichen Schiiden an der Muskelstruktur, denn sie ist naeh Erholung des Priiparates mehrfaeh ausl5sbar, wie noch zu zeigen ist. Aus allen diesen Grfinden haben wir die K -K o n t r a k t u r am Herzmuskel einer eingehenden Prfifung unterzogen. Erg~nzend dazu haben wir die Wirkung yon CaC12 in verschiedener Konzentration geprfift, da das Ca als der bekannte physiol0gisehe Antagonis t des K ebenfails besonderes Interesse verdient.

DaB wir dem K besondere Aufmerksamkeit fiir Untersuehungen fiber Kontraktion und Kontraktur am Muskel zuwenden, hat noch besondere Griinde. Es ist naeh maneherlei Beobachtungen nieht unwahrseheinlich:, dag dem muskeleigenen Kalium eine besondere Rolle im Kontraktionsprozeg zuf/illt (F. V:ERZAI% 3, n. FLECKENSTEIN 4, n. SZENT-G¥0RGyIS). Es ist auch nic]qt ausgeschlossen, dab das ffir manehe Kontrakturvorg~nge z u t r i f f t . Schon W. ]~URI%IDGE 6 hat 1911 angenommen, dal~ die meisten 14ontrakturen, z. B. die Sgurekontrakturen, fiber die Freisetzung des muskeleigenen K wirken, also verkappte K-Kontrakturen sein k6nnten. Nach Z. I-VI. BACQ, M. GOFFASaT und A. SZENT-GY51mYI 7 se£zt veratrinhaltige Ringerl5sung bei der Kontraktur I4 aus dem Muskel in Freiheit. Mit diesem K lagt sieh die 634= KARL EDUARD ROTHSCI~IUI-I und MAnTrA BR~r~S:

Kontraktur auf einen anderen Muskel iibertragen. Naeh E. SI~o~so~ und ENcEn s ist die Aeetyleholinkontraktur deutlieh schw~cher, wenn der Muskel K-frei vorbehandelt wurde. Naeh MOnTreaL 9 wird am Myosinfaden dutch Aeetyleholin K in Freiheit gesetzt. Wie M. GEREN-DES und A. SZ~T-GrSRG¥I 1~ zeigen, erzeugt K am gedehnt getrockneten 3£yosinfaden betr/~ehtliehe Quellungsverkiirzungen. E s ist naeh diesen Befunden weiterer Priifung wert, ob nicht dem muskeleigenen K bei Kontrakturvorg£ngen eine mitwirkende Rolle zukommt. Dazu ist es niitzlieh, die Wirkungsweise yon K-reiehen L6sungen auf den Muskel eingehender zu verfolgen.

Bemerkenswerterweise finder sieh in der zusammenfassenden Darstellung yon NECSCHLOSZ n i m Handbueh aus dem Jahre 1927 die Feststellung, dag der Herzmusl~el auf KC1 mit Ersehlaffung reagiere. Doeh hat sehon BOTAZZ! ~2 1896 K-Kontrakturen am Herzen beobaehtet. O. LoEwI ~ hat 1918 festgestellt, dab KC1 in Konzentrationen yon 0,02--0,2% am Herzen Kontrakturen erzeugt, wenn vorher 0,1 bis 0,16% CaC12-L6sung auf das tterz eingewirkt hat. Danach ist das Ca eine wesentliche Vorbedingung ffir die K-Wirkung,. die K -K o n t r a k t u r sei im wesentliChen eine Caleiumkontraktur. Ahnliehes beobachtete W. BVRRIDGE 1~. Er zeigte auch, dab ein Herz bei der Einwirkung yon Ca-fi~llendem K-OxMat keine K o n t r a k t u r aufweist. S. MaTUOKA 15 sprieht an sehwer zug~nglieher Stelle yon K -K o n t r a k t u r e n am Herzen. Ca-Kontrakturen am Herzen hat neben R. BS~M 16 aueh O. LOEW117 beobachtet. Doch sind diese Versuehe am ganzen IIerzen bei Hebelsuspension ausgefiihrt worden. Quantitative Untersuehungen sind dabei nieht m6glich. '

Bezfiglieh der Wirkung auf den Skeletmuskel wird das Calcium als ausgesprochener Antagonist des Kaliums bezeiehnet (S. M. N~U-SCHLOSZn). ZO~THOUT TM untersuehte die antagonistisehe Wirkung yon Calcium gegenfiber der Kaliumkontraktur des Skeletmuskels und stellte fest, dab der Zusatz einer geringen Menge yon CaCle genfigt, um die K o n t r a k t u r sofort zu beheben. Nach vorheriger Behandlung des Muskels mit Calcium trat die Kaliumkontraktur nieht oder nut in ganz geringem Grade auf. Wendete er beide Salze gleiehzeitig an, so war eine erhShte Konzentration der kontrakturverursaehenden Salze erforderlieh.

Wir haben angesichts dieser Sachlage gepriift, welches etwa die, Grenzkonzentration fiir K-Kontrakturen am tterzmuskel ist, welches Ausmag und welchen zeitlichen Verlauf diese Kontrakturen nehmen und wie welt sie reversibel sind. Dasselbe wurde mit Ca-reichen LSsungen durehgefiihrt, Und schlieNieh wurden Misehl6sungen von K-undCa-reichen LSsungen verwendet, um zur Frage eines Synergismus oder Antagonismus einen Beitrag zu liefern.


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