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Was heißt “lebendig”? : Der Selbst-Organisation auf der Spur

✍ Scribed by Prof. Dr. Dr. h. c. Heinz Penzlin


Publisher
John Wiley and Sons
Year
2012
Tongue
English
Weight
904 KB
Volume
42
Category
Article
ISSN
0045-205X

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✦ Synopsis


Abstract

“Leben” heißt “Lebendigsein” von bestimmten Wesenheiten, die wir kurz als “Lebe‐Wesen” bezeichnen. Physikalisch gesehen sind Lebewesen offene Systeme, da sie einen intensiven Stoff‐ und Energieaustausch mit ihrer Umgebung unterhalten. Sie erhalten einen quasi‐stationären Zustand fernab vom thermodynamischen Gleichgewicht aktiv, d. h. unter Energieeinsatz, und selbsttätig gegen die ständig gegenwärtigen Kräfte des Verfalls aufrecht. Dieser dynamische Zustand der Lebewesen unterscheidet sich von allem, was wir in der anorganischen Natur vorfinden, indem er eine interne funktionelle Ordnung oder “Organisation” repräsentiert. Die mit ihm verbundenen Vorgänge sind so aufeinander abgestimmt und ausgerichtet, dass sie in ihrer Gesamtheit den Zusammenbruch des lebendigen Zustandes autonom verhindern. Das erfordert nicht nur einen intensiven Energie‐ und Stoffumsatz, sondern auch einen intensiven Informationstransfer. Organismen sind durch ihren Besitz an Nukleinsäuren als Speicher und Quelle spezifischer Informationen, die ihnen erlauben, ihre interne Organisation über die Zeit selbsttätig aufrecht zu erhalten, einzigartig in der Natur. Sie und nur sie sind im wahren Sinne des Wortes “selbst‐organisierend”.