Was hat die deutsche Milchwirtschaft zu tun, um sich auf den gemeinsamen Markt einzustellen?
✍ Scribed by Kiefer, A.
- Publisher
- John Wiley and Sons
- Year
- 1961
- Weight
- 435 KB
- Volume
- 63
- Category
- Article
- ISSN
- 0931-5985
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✦ Synopsis
sung in d e n zustandigen Ausschiissen des Gemeinsamen Marktes w i r d m a n sicherlich gelangen. Bedenkt man, dai3 die anfallende Tropfmilch-Menge n u r 0.2 bis 0.3 '10 d e r Milchanlieferungs-Menge betrigt und nicht n u r allein i m Rheinland d i e Zahl d e r Milchlieferanten mit der schlechtesten Reinheitsstufe etwa 1 O/O ausmacht, so braucht m a n eigentlich bei Kombinierung dieser beiden Zahlenangaben g a r nicht von einer Tropfmilch-Frage zu sprechen. Die Offentlichkeit w i r d sich bei diesem Reinheitsstand d e r Molkerei-Anlieferungsmilch sicherlich nicht erregen, wenn die Tropfmilch als Werkmilch verwertet wird. Der deutschen Landwirtschaft in der Bundesrepublik gehen im iibrigen j e nach d e r H o h e des Butterpreises etwa 12 bis 15 Mill. DM verloren, wenn eine Tropfmilch-Verwertung als Werkmilch zu Butter nicht generell gestattet wird. Was hat die deutsche Milchwirtschafi zu tun, um sich auf den gemeinsamen Markt einzustellen ? Van Dr. A . K i e f e r I,nnrlcsvcrcinignng der Milchwirtschaft Nordrhein-Westfalen, Diitseldorf Grundratiliche Wandlungen der Marktstruktur Mit den Beschlussen uber die Beschleunigungsmainahmen im Rahmen der E W G ruckt der gemeinsame Markt naher und wird fur einzelne Erzeugnisse schon in diesem Jahr Praxis bringen. Wenn sich die deutsche Milchwirtschaft daruber klar werden will, wie sie sich auf dieses neue Zeitalter einstellt, mug sie folgende Voraussetzungen kennen: Der Handelsverkehr wird gebietliche Beschrankungen nicht mehr kennen. Damit tritt fur die Milchwirtschaft bis auf den besonders marktordnerisch zu regelnden Trinkmilch-Markt der gleiche Wettbewerb ein, wie er bei liberalisierten Erzeugnissen heute bereits vorhanden ist. Die Wettbewerbsbeschrankungen, die sich heute aus dem unterschiedlichen Preis des Rohstoffs Milch ergeben, werden entfallen. Die gesamte Wirtschaft des EWG-Raumes wird einen einheitlichen Erzeuger-Richtpreis haben. Dieser einheitliche Erzeuger-Richtpreis wird aber sicher kein einheitlicher Auszahlungspreis sein, sondern sich aus einheitlichen Preisen, insbesondere fur Butter und Kase, ergeben. Man mub sich auch daruber klar sein, dab dieser einheitliche Erzeugerpreis kein Wunschpreis ist. Er wird sich vielmehr nach den Erlosen richten, die im wesentlichen fur die Werkmilch aus Angebot und Nachfrage zu erzielen sind.