Walverarbeitung
โ Scribed by Fauth, Philipp L.
- Publisher
- John Wiley and Sons
- Year
- 1938
- Weight
- 416 KB
- Volume
- 45
- Category
- Article
- ISSN
- 0931-5985
No coin nor oath required. For personal study only.
โฆ Synopsis
Fette und Scifen Erfolg dieser crsten Expedition eines deutschen Walfangschiffes und der groSe Beitrag zu den Iienntnisscn und Erfahrungen im Walfang, den diese Expedition geleistet hat, zeigt, daS deutscher Unternchmungsgeist und deutsche Grundlichkeit auch im modernen Walfang schrittmachend sein werden! -Beim Erscheinen dieses Berichtes ist die kleine Schar deutscher Manner auf dem ,,Jan Wellem" 45. Jahrgang zum zweiten Male (-Abb. 6 zeigt ein Bild von der Abfahrt, Abb. 7 die vorjahrige Flotte vor Las Palmas -) und dieses Ma1 in Gemeinschaft mit weiteren unter deutscher Flagge fahrenden Walfangflotten im fernen Eismeer bei ihrer schweren, gefahrvollen Arbeit, um fur Deutschland Fett und andere wertvolle Produkte zu gewinnen. Unsere besten Wunsche zum guten Gelingen begleiten sie bei diesem Unternehmen! Walverarbeitung Von P h i l i p p L. F a u f h , Wiesbaden Bevor hier uber Walverarbeitung berichtet wird, miichte ich kurz erwiihnen, wie ich auf Walfang kam und wie die Verarbeitungsverhaltnisse zu diesem Zeitpunkt lagen. I n den Jahren 1931/32 wurde in Norwegen versucht, das Mage.rfleisch des Wales dadurch zu verwerten, daS es im &bad unter Vacuum entwlssert wurde. Das so getrocknete Fleisch enthielt auch nach Abpressung noch etwa 12 O/o sehr dunklen und iibel-riechenden Tran. Sein Futterwert war dadurch sehr herabgemindert. Da unsere Firma ein besonderes Extraktionsverfahren besitzt, wurde mir die Frage vorgelegt, ob das genannte Produkt extrahiert werden k6nnte. Die Frage wurde bejaht und ein gr6Seres Quantum dieses Materials auf unserer Anlage mit gutem Erfolg verarbeitet. Es erhob sich dann die Frage, ob ehe solche Extraktionsanlage auf einer Walkocherei eingebaut werden kann, um das Produkt sofort bei Anfall zu extrahieren. Zur Prufung dieser Frage habe ich erstmals eine norwegische Kocherei besichtigt. Diese Besichtigung ergab, daS die Durchfuhrung des Extraktionsprozesses an Bord einer Walkocherei nicht moglich ist. Gleichzeitig gewann ich aber Einblick in die bisherigen Methoden der Walverarbeitung, die mir als olfachmann, der gewohnt ist, mit jedem Kilo Rohstoff zu rechnen, bald zeigten, da6 hier recht unwirtschaftlich gearbeitet wird. Wir lieBen uns dann in regelmiifligen Postsendungen frisches Walfleisch kommen, mit dem wir in unserem Laboratorium Versuche anstellten. Diese fuhrten zu iiberraschmden Ergebnissen. Es zeigte sich, daS das Fleisch, wenn es in geeignete Stucke geschnitten und in Wasser nahe der Siedetemperatur gebracht wird, innerhalb von wenigen Minukn ungefiihr 40 O/o seines Gewichtes verliert und sich auch ein groSer Teil des in dem Fleisch enthaltenen Fettes ausscheidet. Durch eine darauffolgende Abpressung des so vorbehandelten Materials konnten weitere 20 O/o Wasser und weitere Mengen Fett entfcrnt werden. Daraufhin wurden von uns Patente angemeldet und norwegischen Interessenten der Ver such im Laboratorium vorgefuhrt. Dann kam es innerhalb weniger Wochen zur Aufstellung einer Versuchsanlage in unserer Fabrik in Wiesbaden-Dotzheim, auf der ein zerkleinerter Wal, der in 10 Kiihlwagen von Norwegen nach Wiesbaden gesandt wurde, zur Verarbeitung gelangte. Dieser GroSversuch bestiitigte die Ergebnisse der Laboratoriumsversuche und fuhrte zur Errichtung einer ersten Anlage a n Bord der Walkocherei ,,Sir James
๐ SIMILAR VOLUMES