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Vorkommen von Azotobacter agilis Beijerinck in Deutschland

✍ Scribed by F�chtbauer, Herta


Publisher
Springer-Verlag
Year
1950
Weight
330 KB
Volume
15
Category
Article
ISSN
0003-9276

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✦ Synopsis


Azotobacter agilis, 1901 erstmalig yon BEIJ]~RINCK besehrieben, ist ein Wasserbakterium, das den Stickstoff der Luft bindet. Da es wegen einer ahnlichen Farbstoffausscheidung ]eicht mit Azotobacter Vinelandii verwechselt wird, lehnten KLUYVER U. VAN REENEN die fdentit~t aller bisher als Azotobacter agilis isolierten Organismen mit dem von BEIJERINCK untersuehten Stamm ab. Sie vermuteten zuni~chst, da] sein Vorkommen auf die hollgndisehen Binnengew~sser besehr~nkt ski, denn er wurde mit Sicherheit nur aus dem Kanalwasser in Delft (BEIJEI~INCK, KLUYVER U. VAN REENEN) und aus einem Vorfluter in Wageningen, in den Ab-wi~sser einer Papierfabrik miindeten (KLuYVV.~ u. VAN D~N BOVT, ein Stamm yon K. T. WIERINGA), isoliert. Jedoch mul3te diese Annahme erweitert werden, da sich Azotobacter agilis auch in England fand. Die IdentitAt des von NlCOL in den Norfolk Broads an der Ostkiiste Englands aus einem Entw~sserungskanal isolierten Stammes mit dem hollandischen wurde yon I~LUYVER best~tigt. Es wird allgemein angenommen, dal3 der Organismus eine Sonderstellung unter den Bakterien einnimmt, da sein Vorkommen auf wenige Standorte beschr~nkt ist. Azolobacter agilis w~chst auf allen N~hrbSden schlechter als die anderen Azolobacter-Arten, ist daher schwer zu isolieren und wird leicht fiberwuchert. Vielleicht ist die selten gelungene Isolierung a]lein diesen Umstgnden zuzuschreiben.

1. Isolierung.

Es wurde zunachst versucht, diesen Organismus aus dem 17 km 6stlich yon GSttingen gelegenen Seeburger See zu isolieren, einem etwa 1 qkm grol]en Binnen-gew~sser in der BuntsandsteinhochflAehe des Eiehsfeldes. Nach den yon den oben angegebenen Autoren beschriebenen Methoden wurden zungchst Anreieherungskulturen angesetzt: 0,1% Agar-Agar, 2% Mannit, 0,1% sekundAres Kaliumphosphat, 0,1% Calciumcarbonat, 0,5% Magnesiumsulfat, 10 rag% Eisensulfat und Spuren Erde (Molybd~in). Mannit ist fiir das Wachstum ungfinstiger als Glykose, zur Unterdriickung der Begleitorganismen jedoch vorteilhaft.

In der Anreicherung einer Sehlamlnprobe aus etwa 30 cm Tiefe, die im November 1945 aus dem Seeburger See entnommen wurde, zeigten sich naeh einem Monat groBe, monadenfSrmige, besonders bewegliche, glasklare Zellen. Die Trtibung der Kultur war bl~ulich, die Decke braun. Die zweite Anreicherungskultur dieser Stammkultur fi~rbte sich nach einem weiteren Mortar leuchtend rot. Nun war die Wahrscheinlichkeit, dal3 es sich um Azotobacter agilis handelte, schon ziemlich groB, denn


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Die erste Isolierung und Identifizierung von Sterinen in Bakterien gelang 196 bei Escherichia coli (SCHUBERT et al. 1964). Es folgten Berichte iiber das Vorkommen von Sterinen in Streptomyces olivaceus (SCHUBERT et al. 1967) und Azotobacter chroococcum (SCHUBERT et al. 1968). Da der Steringehalt von