𝔖 Bobbio Scriptorium
✦   LIBER   ✦

Versuche zum Abscheidungsvorgang bei der Elektrotauchlackierung. 4. Teil Zur Fraktionierung von Polymer-Bindemitteln bei der Elektrotauchlackierung mit wäßrigen Polymerlösungen

✍ Scribed by Saatweber, Von D. ;Vollmert, B.


Publisher
John Wiley and Sons
Year
1972
Tongue
English
Weight
970 KB
Volume
25
Category
Article
ISSN
0003-3146

No coin nor oath required. For personal study only.

✦ Synopsis


Abstract

Bei der Elektrotauchlackierung (ETL) mit wäßrigen Lösungen der Aminsalze von partiell veresterten Styrol‐Maleinsäureanhydrid‐Copolymeren (SMB ‐Polymere) werden Fraktionierungen nach dem Molekulargewicht und nach dem Säuregruppengehalt der Polymeren beobachtet. Aus Mischungen der SMB‐Polymeren mit gleichem Säuregruppengehalt werden bevorzugt niedermolekulare Anteile abgeschieden. Bei Mischungen aus SMB‐Polymeren rnit gleichem Molekulargewicht, aber unterschiedlichem Säuregruppengehalt enthält der abgeschiedene Film mehr Anteile mit niedrigem Säuregruppengehalt als das Lackbad.

Die Fraktionierung nach dem Molekulargewicht wird auf die größere Beweglichkeit der kleineren Moleküle im elektrischen Feld zurückgeführt. Als Hauptursache für die Fraktionierung nach dem Säuregruppengehalt wird die unterschiedliche Koagulationsneigung der Moleküle rnit unterschiedlichem Säuregruppengehalt angenommen.

Bei Polyestern aus Dicarbonsäfiuren und Diolen ist auf Grund der von der Synthese her gegebenen Uneinheitlichkeit ebenfalls eine Fraktionierung bei der Abscheidung festzustellen. Die Anteile mit hohem Carboxylgruppen‐Äquivalentgewicht werden bevorzugt abgeschieden. Bei Abscheidungen aus Lösungen von Gemischen der SMB‐Polymeren mit nichtionischen Polymeren wird der Anteil der nichtionischen Komponente im abgeschiedenen Film durch deren Loslichkeit in den beiden Phasen bestimmt, die bei der Filmbildung an der Anode entstehen.

Die Versuchsergebnisse zeigen, daß die Filmzusammensetzung bei der ETL durch die Beweglichkeit der filmbildenden Komponenten des Lackbades im elektrischen Feld und durch ihre Koagulationsneigung bestimmt wird. Man hat bei kontinuierlich betriebenen Bädern um so mehr mit einer laufenden Änderung der Badzusammensetzung zu rechnen, je uneinheitlicher die Polymerkomponenten sind.