Versuche mit einem heiss-kalten Quarzrohr
β Scribed by H. Staudinger; W. Kreis
- Book ID
- 102243445
- Publisher
- John Wiley and Sons
- Year
- 1925
- Tongue
- German
- Weight
- 251 KB
- Volume
- 8
- Category
- Article
- ISSN
- 0018-019X
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β¦ Synopsis
Eine ganze Reihe von Stoffen sind nur bei hoherer Temperatur bekannt, bei Abkuhlung tritt dagegen Polymerisation ein ; ein bekanntes Beispiel dafiir ist das Stickstoffdioxyd, ferner S,, P,. Man kann nun fragen, ob diese bei hoher Temperatur bestandigen Gase durch rasches Abkiihlen auf niedere Tempei.atur fest oder flussig erhalten werden konnen ; die endothermen Modifikationen sollten hier in gleicher Weise zu gewinnen sein, wie das bei hoher Temperatur entstehende endotherme Ozon durch rasches Abschrecken auf dies Temperatur der flussigen Luft isoliert werden kann.
Die ersten Versuche wurden mit Nitrosobenzol ausgefuhrt, das in Losung oder bei hoherer Temperatur bekanntlich monomolekular ist, wie man an der Farbe leicht erkennen kann; beini Abkuhlen tritt Polymerisation zu farblosen, dimeren Produkten tin. Wenn man nun in einem Quarzreagenzrohr geschmolzenes, grunes Nitrosobenzol rasch auf -8OO abkiihlt, so erhalt man cine grune, feste Masse, die allerdings nicht krystallisiert ist, aber das Monomert: in fester Form darstellt. Beim Erwarmen auf -2OO bis -30Β° verschwindet die Farbe unter Bildung des farblosen, dimeren Produktes2).
Wir haben vergeblich versucht, durch rasches Abkuhlen des braunen Stickstoffdioxyds auf die Temperatur der flussigen Luft, das Monomere in fester Form zu erhalten. Hier trat immer soforl Polymerisation zu dem farblosen Stickstofftetroxyd ein; die Polymerisationsgeschwindigkeit ist also hier zu gross.
Interessant war weiter die Frage, ob durch Abkuhlung von Tellurdampfen rotes Tellur erhalten werden konnte; man sollte erwarten, dass diese metalloide Modifikation des Tellurs eher el was bestandiger sei als das gelbe Antimon. Wir brachten deshalb in einer Quarzrohre Tellur zum Verdampfen und kuhlten rasch auf die Temperatur der flussigen Luft ab, erhielten dabei aber nur das bekannte, schwarze Tellur. Die Versuche wurden nicht weiter fortgesetzt, weil wir fanden, dass in dem von uns verwandten Apparat auch durcli Abkuhlen von Antimondampfen nicht gelbes, sondern nur graues Antimon erhalten wurde. Trotz gunstiger Bedingungen -der raschen Abkuhlung unter Verwendung von Vakuumwar eine Polymerisation nicht zu vermeiden3).
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