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Vergleich zwischen Experiment und Theorie der Explosion großer, freier Gaswolken

✍ Scribed by Dr.-Ing. Thomas Becker; Prof. Dr.-Ing. habil. Fritz Ebert


Publisher
John Wiley and Sons
Year
1985
Tongue
German
Weight
496 KB
Volume
57
Category
Article
ISSN
0009-286X

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✦ Synopsis


gung aufca. 320 bis 350°C abgekuhlt werden. In dem nachfolgenden Elektrofilter werden die noch mitgerissenen Staube entfernt, an-schliel3end wird in einer Quenche durch Wassereinspritzung die Abgas-Temperatur auf ca. 80°C eingestellt. Dabei wird bereits der grol3te Teil des in den Rauchgasen befindlichen Chlorwasserstoff-Gases entfernt, der Rest in der anschlienenden Rot&ionswascherstufe. Ein alkalisch betriebener Strahlwiischer entfernt danach in den Abgasen enthaltenes Schwefeldioxid. Die Abgase werden iiber einen Saugzug in den 100 m hohen Kamin gefordert. VerbrennungseJfizienz : Schon bei 1 000 "C in den Verbrennungsraumen konnten keine unverbrannten PCB-Reste an den relevanten Probenahmepunkten, und zwar Schlackeabzug, Kessel/EGR-Staub, Waschwasser und Reingas zum Kamin mehr nachgewiesen werden (sub-ppb-Bereich). Bei Anlagenbetriebstemperaturen zur PCB-Verbrennung 2 1200°C konnen daher erwartungsgemaR auch keine PCB-Emissionen mehr gefunden werden. Die Verbrennungseffizienz unter Beriicksichtigung der Nachweisgrenze liegt bei > 99,9999 %.

4 Zusammenfassung und Ausblick

Technisch stellt die endgultige Vernichtung von Abfall-PCB mittels thermischer Zerstorung bei Sauerstoff-UberschuR und hohen Temperaturen in geeigneten Sonderahfallverbrennungsanlagen kein Problem dar. In der Bundesrepublik Deutschland gibt es zur Zeit mindestens vier Anlagen (BASF, Bayer AG, Gesellschaft zur Sondermullbeseitigung in Bayern GSB, Hessische Industriemiill HIM), die technisch in der Lage sind, Abfall-PCB zu verbrennen. Allerdings wurden 1983 nur bei der Bayer AG nennenswerte Mengen verbrannt (621 t fremde PCB und ca. 400 t Abfalle aus der auslaufenden Produktion). Wenn der Abfallanfall durch vermehrte AuDerbetrieb-nahme von Aggregaten in den kommenden Jahren drastisch zunehmen sollte -die Zahlen der ersten Monate des Jahres 1984 deuten dies an -, d a m mu13 die Einbeziehung aller zur Verfiigung stehenden Kapazitaten angestrebt werden. Bei geschatzten 30 000 his 60 000 t PCB in derzeit im Gebrauch befindlichen Aggregaten ist fur die Zukunft mit einem Gesamtanfall von ca. 80000 bis 120000 t PCBhaltigen Abfallen (PCB im Gemisch rnit Lo. ungsvermittlern wie Chlorbenzol, Mineral01 etc.) zu rechnen. Hierzu miissen Abfall-PCB nicht durch die Bundesrepublik von Siiden nach Norden transportiert werden, da sich die Standorte der aufgefuhrten Sonderabfall-Verbrennungsanlagen fur eine regionale Entsorgung geradezu anbieten : Die BASF-Anlage konnte fur den Einzugsbereich der Gesellschaft zur Beseitigung von Sondermiill (GBS) in Rheinland-Pfalz in Frage kommen, die Anlage der GSB fur Bayern und Baden-Wurttemberg, die Anlage der HIM fur den mittleren und die der Bayer AG fur den nordlichen Teil der Bundesrepublik. Anfang Mai 1984 hat ein Mitarbeiter des hessischen Ministeriums fur Landesentwicklung, Umwelt, Landwirtschaft und Forsten auf einem Symposium in Berlin erklart, daR die HIM angewiesen wird, 3 000 t Abfall-PCB/a zu verbrennen. Hierdurch kann in Zukunft ein marjgeblicher Entsorgungsbeitrag geleistet werden. AbschlieBend ein Blick auf die Kosten: Der PCB-Verbrennungspreis in Deutschland frei Anlage,(ohne Einsammlung und Transport) liegt zwischen 1000 DM/t fur groRe Mengen (Transportbehalter) und 1 600 DM/t fur 60-I-Fasser. In England mussen ca. 2 400 DM/t bezahlt werden, in Finolands neuer Sondermull-Verbrennungsanlage mehr als 4000 DM/t, in den USA ca. 3000DM/t.