Verbreitung der deutschen Zeitzeichen auf kurzen Wellen
✍ Scribed by A. Repsold
- Publisher
- John Wiley and Sons
- Year
- 1931
- Tongue
- English
- Weight
- 122 KB
- Volume
- 242
- Category
- Article
- ISSN
- 0004-6337
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✦ Synopsis
Am 13. November 1930 verschied Gustav Heyde, d& langjahrige Seniorchef der nach ihm benannten und von ihm gegriindeten Gesellschaft fur Optik und Feinmechanik, in Dresden, wo sein Wirken begann, seine Tatigkeit sich ausweitete und bis zu derjenigen Hohe gedieh, die ihn auf dem Gebiete des Baues von astronomischen und geodatischen Instrumenten in aller Welt bekannt machte.
Gustav Hey& wurde im Jahre 1846 in Dresden geboren, besuchte eine Privatschule und horte nach Absolvierung seiner Lehrzeit bei dem hiesigen Optiker KoZZark, nachdem er das Aufnahme-Examen am damaligen Kgl. Polytechnikum bestanden hatte, einige Semester dort Vortrage uber Geodasie und Ingenieurwissenschaft. Er arbeitete spater in verschiedenen Werkstatten, um sein Wissen zu bereichern, zuletzt in Wien bei der bekannten Firma Starke & Kammerer. Er lernte dort den Bau geodatischer Instrumente eingehend kennen und bei seiner Vorliebe fur diesen Berufszweig kam er zu dem EntschluI3, sich auf diesem Gebiete selbstandig zu machen. Er kehrte im Jahre 1871 nach Dresden zuriick und eroffnete hier ein optisches Ladengeschaft. Dieses bot ihm wenig Refriedigung und bereits ein Jahr spater grundete er seine Werkstatte fur wissenschaftliche Instrumente, in welcher zuniichst hauptsachlich Theodolite und Nivellier-Instrumente hergestellt wurden. Spater nahm er die Anfertigung von Fernrohren und anderen astronomischen Instrumenten in einer Spezial-Abteilung auf, die er zur hochsten Blute brachte. Fur Sternwartenkuppeln ersann er eine regen-und schneedichte Konstruktion, die in zahlreichen Sternwarten Venvendung fand. Auch auf anderen Gebieten war Gustav Ueyde schopferisch tatig. Im Instrumentenbau ging er eigene Wege, z. B. bei dem Bau des Zahnkreis-Theodoliten. Ferner ist seine Mikrometer-Ablesung fur Universal-Instrumente bekannt. Ganz besondere Muhe verwendete er auf die Herstellung einer automatischen Kreisteilmaschine, bei der er die bisher fur den Transport benutzte Tangentschraube durch eine sogenannte Hohlschraube, die in ihrer gesamten Lange in den Kreiseinschnitten einliegt, ersetzte und dadurch kleinere Intervallfehler ausschaltete. Im Jahre 1897 richtete er auch eine eigene optische Schleiferei ein. Die Berechnungen fiir die in derselben hergestellten Glaser fiihrte er selbst aus. Fur seine Verdienste um den Bau geodatischer und astronomischer Instrumente verlieh ihm die Technische Hochschule in Dresden unter dem Rektorat von Dr. GraveZius am 8. April 1922 das Ehrendoktorat.
Mit Gustav Heyde ging einer der letzten aus der Front der groljen Mechaniker von hinnen, den Alten zum Gedachtnis, den Jungen zum Vorbild.
Kurd SZawik.