Untersuchungen über die Wirkung der Aneurinantimetaboliten Neopyrithiamin und Oxythiamin auf den anticholinergischen Effekt von Aneurin am isolierten Froschherzen
✍ Scribed by H. P. Gurtner
- Publisher
- Springer
- Year
- 1958
- Tongue
- English
- Weight
- 461 KB
- Volume
- 265
- Category
- Article
- ISSN
- 0031-6768
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✦ Synopsis
Einleitung
In den beiden letzten Jahrzehnten wurden zwei biochemisehe Antagonismen entdeckt und erforscht, bei denen das Vitamin B 1 (Aneurin, Thiamin) die t~olle des einen Partners spielt. 1938 zeigten AGID u. BALKAN¥I 1, dag Aneurin imstande ist, die negativ inotrope Wirkung von Acetylcholin am isolierten Froschherzen zu vermindern oder gar aufzuheben. Dieser anticholinergische Aneurineffekt wurde später von verschiedenen Autoren am Froschherzen be-stätigt14,17,1S,~l,2a, 2~. Er läßt sich aber auch bei anderen Tieren und an anderen Organen nachweisen, so am Schildkrötenherzen4, 22, am Dünndarm der Ratte2,13,16 und des Kaninchens a, am Kreislauf des Warm-blüters3,1» und am virginellen Uterus des Meerschweinchens 3. Über das Wesen dieses Acetyleholln-Aneurin-Antagonismus ist wenig bekannt. Auf Grund von Untersuchungen am Kaninchendarm hat BEIN 3 die anticholinergische Aneurinwirkung als atropinähnlich charakterisiert; sie würde somit den Gesetzen der kompetitiven Hemmung folgen. Die zur Aeetyleholinhemmung erforderlichen Aneurindosen erreichen ohne Ausnahme pharmakologische Bereiche. Einen seinem Wesen nach möglicherweise ähnlichen, in seinen Auswirkungen jedoch vollkommen verschiedenen Antagonismus haben WOOLL~r u. WHIT~ ~° 1943 erstmals beobachtet. Gleichzeitige Verabreichung von Aneurin und Pyrithiamin [einer dem Aneurin strukturähnlichen synthetischen Substanz, die an Stelle des --S--im Thiazolring eine Vinylgruppe --CH--CH--enthält; heute auch Neopyrithiarnin (NPT) genannt] führt bei geeigneter Wahl des gegenseitigen Mengenverhältnisses bei Mäusen zu einem beriberiähnliehen Krankheitsbild