Untersuchungen zur Wirkung des bifunktionell alkylierenden Cytostaticums IMET 3106 auf Wachstum, Zellteilung, DNS-, RNS- und Proteinsynthese von Escherichia coli
✍ Scribed by Dr. I. Haupt; G. Strohbach
- Publisher
- John Wiley and Sons
- Year
- 2007
- Tongue
- English
- Weight
- 919 KB
- Volume
- 11
- Category
- Article
- ISSN
- 0233-111X
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✦ Synopsis
Unt,ersuchungen iiber die Wirkung des bifunktioncll alkylierenden Cytostaticnnis 1 -Methyl-%{ p-[bis-(P-chlorathy1)-amino]-phenyliminomethyl )-chinolinium-chlorid ( M E T 3106) haben gezeigt, daB in exponentiell wachsenden Kultnren yon E. coli 15 TAU-sowohl die DNSals auch die Proteinsynthese konzentrat,ionsabhangig gehemmt werden. Die Hemmung der Proteinsynthese erfolgt zeitlich noch vor der Hemmung der DNS-Synthese. I m Gegensatz hierzu wird die RNS-Synthese durch dieses Cytostaticum im Vergleich zur Kontrolle zunachst stimuliert; eine particlle Hemmung der RNS-Synthese tritt erst nach langerer Versuchsdauer auf. Vergleichende Untersuchungen yon DNS-und Proteinsynthese a n den Stammen E . coli K12 AB2497 UW+ und AB2500 uvrA6 fiihrten zii entsprechenden Ergebnissen. Dnrch Bestimmung des Koloniebildungsvermogens nach Einwirkung verschiedener Konzentrationen des Cytostaticums auf diese beiden Stamme konnte gezeigt werden, dal3 nur der Uvrt-Stamm in der Lage ist, Zellteilungs-und Koloniebildungsvermogen zuriickzuerlangen. Danach mu0 angenommen werden, dal3 der Uvr+ -Stamm die durch die Alkylierung erzeugten DNS-Schaden reparieren kann. I n Gegenwart des Cytostatieums fiihrt die Reparatur aber nicht zu einer eindeutigen Erholung der DNS-Synthese. Damit kann die unterschiedliche E'ahigkeit beider Stamme zur Zellteilung nach Behandlung mit dem Cytostaticum nicht auf eine unterschiedliche Hemmung der DNS-Synthese zuruckgefiihrt werden. Autoradiographische Befunde machen es wahrscheinlich, dsl3 eine anomale Vcrteilung der DNS in den Filanienten der Uvr--Mntante mitverantwortlich fur die Zellteilungshemmung ist. Alkylierende Cytostatica zeichnen sich vor allem dadurch aus, daB sie eine Reihc funktionell wichtiger Makromolekule wie DNS, RNS und Proteine alkylieren konnen (nbersichten: Ross 1962, LAWLEY 1966, LOVELESS 1966). Am eingehendsten wurde bisher der Einflufl alkylierender Verbindungen auf die DNS untersucht. BROOKES u. LAWLEY (1961) konnten zeigen, daB die Alkylierung bevorzugt in der N-7-Position des Guanins erfolgt. Bei monofunktionellen Cytostatica ist die Alkylierung der Basen die wesentliche Reakt,ion, wahrend bei zwei funktionellen Gruppen zusatzlich noch eine inter-oder intramolekulare Vernetzung der DNS, der Cross-linking-Effekt, hinzukommt (LAWLEY u. BROO-KES 1963, 1967).
Von den biochemischen Parametern DNS-, RNS-und Proteinsynthese erwies sich die DNS-Synthese in den meisten Fallen als die gegeniiber alkylierenden Cytostatica empfindlichste Reaktion.
Durch den Vergleich der Wirkungen alkylierender Substanzen auf resistente und sensible Bakterienstamme konnte nachgewiesen werden, daR sich das AusmaB der Alkylierung in resistenten und sensiblen Stammen nicht signifikant 40*