Untersuchungen zur Frage des Diureserhythmus beim Kind
β Scribed by Kaulen, R. ;Rodeck, H.
- Publisher
- Springer-Verlag
- Year
- 1956
- Weight
- 421 KB
- Volume
- 79
- Category
- Article
- ISSN
- 0044-2917
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β¦ Synopsis
Rhythmische Abl~ufe sind fiir fast alle Lebenserscheinungen charakteristisch. Besonders auff~llig ist der Schlaf-Wach-Cyclus, in den alle Funktionen des Organismus mehr oder weniger deutlich einbezogen sind. So erreicht beispielsweise die Harn~usscheidung bei Tage ihre hSchsten Werte; in der Nacht ist sie dagegen erheblich eingeschrgnkt.
In der ersten Mitteilung* haben wir die tageszeittichen Unterschiede der Diurese bei Wasserbelastung behandelt. Wi~hrend bei Tage alle Versuchspersonen etwa 5 Std nach der Wgsserbelastung iiberschiel~end ~usgeschieden batten, war in tier Nacht in der Regel eine verzSgerte Wasser~usscheidung zu beobachten. Spezifisches Ge-wich~ und I<ochsalzkonzentration des Hgrns stiegen trotz tier geringeren Wasserausscheidung langsamer an als bei Tage. Wir fiihrten die Erscheinungen auf eine stgrkere Tonuslage des ,,trophotrop-endophylaktischen Systems" (W. R. HEss) zuriick. Den im Vergleich zur herabgesetzten Fltissigkeits~usscheidung geringen Anstieg yon spezifischem Gewicht und NaC1-Konzentration glauben wir in einer weniger engen Koordinierung yon Regulation des W~sserhaush~ites und des Kochsalzstoffwechsels sehen zu dfirfen, als h~ufig angenommen wird.
Wie verhalten sich Harnausscheidung, spezifisches Gewicht und Kochsalzkonzentration im Tag-Nacht-Rhythmus bei gleichzeitiger Belastung durch Wasserstol~ und antidinretisches Hormon ? Infolge des versts Tonus des trophotrop-endophylaktischen Systems ist w~hrend der Nacht ganz allgemein mit vermehrten Sparmal~nahmen des Organismus zu rechnen --also auch mit verst~rkter tubul~rer Riickresorption yon Wasser. Dgher sind die pro Zeiteinheit ausgeschiedenen Harnmengen nachts wesentlich kleiner sis bei Tage. Der Urin hat dementsprechend morgens ein hSheres spezifisches Gewicht als w~hrend des Tages. DgI~ in tier Nacht verst~rkt antidiuretisches Hormon freigesetzt wird, konnte durch die Beobachtung SCHINDLS sichergestellt werden, wonach der aus der Nacht * Z. Kinderheilk. 77, 261 (1955) Z. IKinderheilk., Bd. 79 1
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