𝔖 Bobbio Scriptorium
✦   LIBER   ✦

Untersuchungen �ber die Beziehungen zwischen Nebenniere, lymphatischer Diathese, Status thymico-lymphaticus und Thymustod

✍ Scribed by Ziegler, Hans-Karl


Publisher
Springer-Verlag
Year
1957
Weight
775 KB
Volume
80
Category
Article
ISSN
0044-2917

No coin nor oath required. For personal study only.

✦ Synopsis


Die Beobaehtung, dal~ einzelne Kinder zu bestimmten Erkrankungen mehr neigen, als dem Durehsehnitt entsprieht, land ihren Niedersehlag in der Formulierung yon Diathesen (vo• PFaVNDLE~, PALTAUF, COMBY, CzE~Y). Besonders vo~ PF•UNDLER hat sich in den Jahren vor dem 1. Weltkrieg intensiv mit diesen Problemen beschs Die teflweise sehr heftigen Kontroversen schon fiber die Definition der ,,Diathese" sollen bier nicht welter erSrtert werden. Die Diathesenlehre hat sich inzwischen weitgehend durchgesetzt, yon 1)FAU:NDLEI% weist wiederholt darauf hin, dab eine scharfe Begrenzung des Begriffs nicht mSglich sei, denn ,,jedes einzelne Zeiehen kann auf rein ektogener Basis entstehen, bietet also an sich nichts Charakteristisehes. Aber im Auftreten, in der Verknfipfung, in der Lokalisation der Symptome offenbaren sich doch gewisse Eigenarten, die dem Ganzen Stil und Riehtung geben". Wir mSchten im Folgenden die Diathese im Sinne YON P~AUNDLERS verstanden wissen nieht als Krankheit, sondern als Zustand erhShter Disposition zn bestimmten Erkrankungsformen, wobei die einzelnen StSrungen (Elemente oder Manifestationen der Diathese) sieh yon Erkrankungen bei normal veranlagten Kindern wesentlich nur durch ihre Intensit~t, Dauer und Wiederkehr bei geringffigigen Anl~ssen unterscheiden. Von grof~em Interesse ist ffir uns die Feststellung voN PFAtZZ~DL]~S, dal3 eine AuflSsung des Diathesebegriffes durch Naehweis einer Organinsuffizienz zu begriil3en sei. Als Beispiel ffihrt er das Myxoedem an: Hier besteht ein Subordina-tionsverh~ltnis zwisehen der Schilddrfisenaffektion und den fibrigen Manifestationen der ,,Diathese". Vo~ PFAUNDLER gibt zu, dab --wie dieses Beispiel zeigt --auch die grSl~te Mannigfaltigkeit eine nnizentrische Erkliirung keineswegs aussehliel3t. Bei den Diathesen handelt es sieh jedoeh nach seiner Meinung um ein plurizentrisches System, nm ein zwar h~ufiges, aber nicht zwangsm~iBiges Zusammentreffen yon einander koordinierten Sonderbereitsehaften. Im Gegensatz dazu nimmt