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Ueber neue Nitroverbindungen des Phenols

✍ Scribed by Henriques, Robert


Publisher
Wiley (John Wiley & Sons)
Year
1882
Weight
969 KB
Volume
215
Category
Article
ISSN
0074-4617

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✦ Synopsis


Untersuchungen am dem chelaisohen institut der Universitiit St'rsbburg.

(Eingelaufen den 21. Oatober 1883.)

I. Ueber neue Nibaverbindungen des Phenols

von Robert lIenrm@es.

Rei der grofsen Anxahl von Arbeiten iiber die Isomerbverhaltnisse in der aromatischen Gruppe kann es auf den ersten Blick einigsrrnaben befrernden, dafs eine der am ltirrgskii bekannteri aromatischen Verbindungen, die Pikrinsaure, bis jetzt ohne Isonrere geblieben ist. Es sind hauytsiwhlich drei Wege, auf denen nian erwarien konnte, Z\I solcheii K k -

zu gelangen, namlich einmal durch coinplexe Reactionen, durch Nitriren von Elarzen und anderen cornplicirl zusammengesetzten Xorpern, aus deneii die Pikriiisaure selhst und die ihr verrvendte Styphninsaure (Trinitroresorcin) sick1 j a 60 leicht bilden , dann durch stufenweise fortschreitende Nitrirung der Mono-und Dinitroplienole , endlich durch Oxydation der Trinitrobenzole. Was die erste dieser Entstehungsarten angeht, so werde ich weiterhin zeigeq mit welcher Leichtigkeit, Styphninsiiure iniiner da entsteht , wo nian die Bildung isomerer Trinitrophenole erwarten sollte ; es kann mithin iiicht Wunrler nehmen , dafs bei solch' stiirmischen Heactionen auch jene allein entsteht , wo im IJebrigen die Bildung dieser rnoglich wiire. Was den dritten Weg anlangt, so ist bisiang nur ein Trinitrobenzol bekannt, das H e p p in neuerer Zeit durch gelinde Oxydation in Pikrinsaure iiberfiihrte *). Es isl sehr wahrschemlich , dafs andere Trinitrobenzole mr Bildung VOA *) Siehe aie folgeude Abhandlung. Isomrer, JerEtjlJen ftihren rvwden. Es blcibl ~c h der zasitt: \ . 5. +j Irbrig. .on drr, drei riq$cIten Nitruphenohi srnd zwei, dic Para-und die Ortliovcrb!ndung, schon langere Zeit behaont. Diest? geben beim Nitrtfeii jenes eiris, das a-, dieses zwei, a-und 8-Dinitrophenol , w-elche beiden Bbrper bei weitecer EiiiwJrkung WJII Sdiyetershure glatt in Pikrinslure ikrgehen, ohne dars Jabei die glerchzritige Bi!dung von Isoniereu bemerkt wurde. Das Metanitropheriol blieb bnge unbekannt, Naclidem G r i e f s seine Diazoverbindorigerr dargestelit hatte, L g ea allerdirigs n a h , durch Behandlung des letaiiitrmiins niit salpelrigor baura uiid Zersotaimg des entstandewn Diszokorpers mit Wasser dle fragliche Verbinduiig darzustelhi, und 111 der That wurde die> von Griefs versucht; er honntt? indessen ebensowenig , wie K i c h t e r *) , tkr d.:n g l d i e ~r Versuoh ausfuhrte , das Malanitrophenol gewinaen. freni~och etttsteht es bei diestr Reaction, wie bald darauf E' I 1 t 1 g **) rtachwies, und lafst es sich leichl in grcd3en, bei 9W schmelzeriden Krystallen erhalten. F i t t ig ' s Sehider, B a ri t 1 i n ***), stellte darauf grbfsere Mengen yon Metanitro-pIrenc~1 dar und studirle auch die Emvirkung dei Salpetwsaurt: darauf. Wallrend beirri kiochen niit Salpetersdure iiur styphinsaure eatstand, korinte er dnrch geinafsigte Einwirkulrg dei jaure drri iieut-Dinitrophenole gewinnen. Diese wtli *:ti als Absgangspr~duck zur Uarstellung il-iior Triintro-piisi3de naturlrch lw>onders geeigrtet , mn so niciir, da hier die ihtsteriuiig von i'iht iiiskure vtm vornhcrem ausgescidossen $1 dr, ueiiri 111 dileti dreien ciufsie tlas OH zu einer NOp-C;ruppe kn Metastellung stehen, wa8 bei der nach dern Schenia : LI e j t 1'2 q u e s, iibar tieuc Nitroverbi~ia'unpn *) Richt or, Berichte dar deuteohen chemivcbeu Goselleollaft 6,1258. '>**> H I n t 1 i u, Didscrtatinu 1875 ; Berichte der deutsohen chemlschen "*) i ' i t t i g , daselhst V ? 179. Gesellschaft 11, 2099. *) Griefs, Beiichte der deutachen chemiechen Gesellsohaft V, 1224. **) B i i t t g e r und W i l l , die es zuerst besohrjeben (diese Annalen 6B, 286), fanden 2'1, Mol. HnO, haban aber koine directe Waaeerbcatimmung gemacht. ***) Balk O W 8 k i , Berichte der deutschen cheniisohon Geaellschsft 8 , 637. *) Diem Annalon n%3, I67 Anmerkung. **) BGrickh der deutachbn chesisahen Gesellschaft V , 371.


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Dieses Isatinchlorid liefert nun durch Reduction Indigblau. Man kann hierbei verschieden verfahren. Wirft man auf das Reductionsprodukt von PC1, und Isatin ein Stiickchen gelben Phosphors und erwiirmt gelinde, so geht die rothe Farbe der Masse in G r i n iiber. Auf Zusatz von Wasser scheidet sich na