Ueber die Temperatur und physische Beschaffenheit der Sonne
✍ Scribed by Herrn Proffesor F. Zöllner
- Publisher
- John Wiley and Sons
- Year
- 1870
- Tongue
- English
- Weight
- 927 KB
- Volume
- 76
- Category
- Article
- ISSN
- 0004-6337
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✦ Synopsis
Anf den Wunsch des H&rn Verfassers aus den Berichten der Kin. Sachs. Gee. der Wissenschaften (Sitzimg vom 2. Juni 1870) abgedruckt.
Unter den rharacteristischen Formen der Protuherauzrn *), welche gegenwlrtig das Spectroskop mit erweiterteni Spalt jederzeit zu beobachten gestattet, hefindet sich eine nicht unhetrlchtliche Anzahl solcher, deren Anblick jedeni unbefangenen Beohachter unmittelbar die Ueherzeugung verschafft, dass wir e s bier mit gewaltigen Eruptionen von gliihendeo Wasserstoffniassen zu thiin hahen. Ohne d a s Gebiet hekannter Analogien und daniit die Bedingung fiir die Erklarbarkeit kosmischer Phanomene zu verlassen, ist es nicht wohl miiglich, eine andere Ursache dieser (Eruptioneu als die D r u ck d i f f e r e n z des ausstriinienden Gases im Innern und an der Oberfllche der Sonne anzu- nehmen. Die Miiglichkeit einer solchen Druckdifferenz setzt aber nothweridig d a s Vorhandensein einer Trennungsschicht zwischen den inneren und lusseren Wasserstoffmdssen voraus, von denen die letzteren hekanntlich eineo wesentlichen Theil der Sonnenatmosphsre bilden. Die Annahme einer solchen TrennungRscbicht ist beim ersteu Anblick der erwahuten Protuberanzphlnomene eine so zwingende, dass s i e sich selbst solchen Beobachtero als unabweisbar aufdrlngt, welche es, wie Rquighi, nicht fur unwahrscheinlich halteu, dass electrische Hrafte die Ursacbe so hedeutender Eruptionserscheinuugeu sein kiinoten. *) Die Formen der Protnberanzen lasaen sich in zwei eharacteristische Gruppen theilen, in die d a m p foder w o 1 k e nf o r m i g e n nnd in die e r u p t i v e n Gebilde. Das Vorherrschen des einen oder anderen Typo scheint theils an locale Verhaltnisse auf der Sonnenoberflache , theils an die Zeit gebunden zu sein, so dass zu gewiseen Zeiten der eine, zu anderen Zeiten der andere Typus der vorherrschende gein kann. Dass die wolkenfomigen Gebilde so lebhaft an die Formen irdisclier Wolken und Diimpfe erinnern, erkllrt sich leicht, wenn man berlckuichtigt, dass die Formen unserer Wolken nicht durch die in ihnen suspendirten Wasserbliischen, sondern lediglich nur dnrch die Art und Weise der Ausbreitung verschieden erwarruter und bewegter Luftmgssen bedingt sein konnen. D i e \ Y a s s e r d a m p f b l a s c h e n b i l d e n b e i i r d i s c h e n W o l k e n n u r d a s M a t e r i a l , d n r c h w e l c h e s u n s d i e e r w i i b n t e V e r s c h i e d e n h e i t d e r b u f 4 m a s s e n s i c h t b a r g e m a c h t w i r d . B e i d e n W o l k e n d e r P r o t u b e r a n z e n w i r d d i e s e S i c l i t b a rk e i t d u r e h d i e G l u t h d e r l e u c h t e n d e n Waeacr- s t o f f m a s s e n v e r m i t t e 1 t, 76r Bd.
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