𝔖 Bobbio Scriptorium
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Ueber die Strahlenbrechung im Innern eines Cometen

✍ Scribed by Dr. M. Wilhelm Meyer


Publisher
John Wiley and Sons
Year
1882
Tongue
English
Weight
435 KB
Volume
103
Category
Article
ISSN
0004-6337

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✦ Synopsis


Der grosse Comet des vergangenen Jahres ( I 88 1111) ist zu verschiedenen Malen so nahe an helleren Sternen voriiber gegangen, dass diese letzteren durch die Cometensubstanz des Kopfes hindurch schienen. Wahrend dreier derartiger Annfherungen habe ich eine grossere Anzahl Einstellungen des Positionsmicrometers an unserm Zehnzoller gemacht, welche den scheinbaren Weg des Sterns wahrend seines Durchganges hinter dem Cometenkopf festlegten. Es geschah dieses in der Absicht, eine eventuelle Ablenkung der durchfallenden Lichtstrahlen durch die brechende Wirkung der Cometensubstanz nachzuweisen. Der erwahnte Comet war einer solchen Untersuchung insofern besonders giinstig, als sein Kern von sternartiger Scharfe war und sich desshalb die Beobachtungen rnit vie1 grosserer Genauigkeit anstelkn liessen, als das wohl je vorher bei anderen grossen Cometen der Fall gewesen ist. Eine vorliiufige Reduction dieser Beobachtungen wies in der That periodische Abweichungen auf, welche rnit einer solchen Strahlenbrechung im Zusammenhange stehen konnten. Als ich diese Resultate gesprachsweise meinem fruheren Collegen auf hiesiger Sternwarte, Herrn G u s t a v C e 1 1 e r i e r mittheilte, erbot sich dieser die Frage theoretisch zu behandeln. Es ist ihni in der That gelungen, die Aufgabe in sehr geschickter Weise zu losen. Er hat seine Untersuchungen unter dem Titel BSur la refraction cometairee in den r Archives des sciences physiques et naturelles de Genhve, 15. Octobre 1 8 8 2 a veroffentlicht. Ich erlaube mir hier diese Arbeit auszugsweise in deutscher Uebersetzung wiederzugeben. Herr Cellerier schreibt: ,Wenn man zu einer bestimmten Zeit die Lage des Kerns eines Cometen zu einem Vergleichstern micrometrisch gemessen hat, welcher sich hinter dem Schweif oder dem Kopfe des Cometen befindet, ,so kann man, vorausgesetzt, dass eine gute Bahn des Cometen bekannt ist, die Position dieses Sternes, so wie sie aus den Beobachtungen folgt, rnit derjenigen vergleichen, welche er zu jener Zeit wirklich einnahm.

Die gefundenen Differenzen ruhren fur vollkommen genaue Beobachtungnn von einer Refraction im Innern des Cometen her und man kann sich derselben bedienen, den fur diese Substanz geltenden Refractionsquotienten zu berechnen. Zu diesem Ende nehmen wir an, dass sich Schweif und Kopf des Cometen optisch wie ein vollkommenes Gas verhalten, dass ihre Begrenzungsflache cylindrisch ist und dass sie aus homogenen cylindrischen Schichten zusammengesetzt seien.

Die Annahme einer constanten Dichtigkeit erscheint von vorne herein unwahrscheinlich, wesshalb wir hier nicht von den Resultaten sprechen wollen, zu denen diese Annahme fuhrt-


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