Ueber die stickstoffhaltigen Bestandtheile der Vegetabilien, als die Quellen von künstlichen Alkaloïden
✍ Scribed by von Stenhouse, John
- Publisher
- Wiley (John Wiley & Sons)
- Year
- 1849
- Weight
- 880 KB
- Volume
- 70
- Category
- Article
- ISSN
- 0074-4617
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✦ Synopsis
Es giebt wenige Zweige in der organischen Chemie, welche wahrend der letzten sechs oder sieben Jahre die Aufmerksaiirkeit der Forscher mehr auf sich gezogen haben, als die kiinslliche Darslcllung von Alkaloiden. Man braucht sich dariiber vielleicht nicht zu wundern, wenn man sich erinnert , welches Inleresse diese Klasse von liorpern darbietet , sowohl in Brziehiing auf ihre bestiinmlen chemischen Eigenschaflen, als aucli auf die medicinisclie Wichligkeit, die Einige derselben besilzen. Allc Versuchc, die naturlichen Alkaloide, als Chinin, Cinchonin, Slrychnin elc. auf kiiiistlichem Wege darzuslellen , sind hisher niifslungen, wiihrend es auf der andern Seite dem Chemiker wirklich gegliirkt ist , eine betrachtliche Anzahl von waliren Alkaloiden, ganz analog mit denen, die in der Natur vorkommen, durch verschiedene Processe kunsllich zu bereilen. Mehrere dieser kunstlichen Alkaloide, als Chinolin , Narcogenin , Cotarnin etc. erhiilt inan aus den naliirlichen Alkaloiden durch Behandlung dersclben mit gewissen Reagenlien. -Eine zweite Gruppe, zu welcher das Furfurin, Thiosinainriiin etc. gehiirt, erhllt man beim Zusammenbringen von Animoniak mil einigen der alherisclien Oele, z. B. Senfol. -Einc drilte sehr zahlreiche Gruppe, enthallend Nitranilin, Toluidin, Ciiinidin etc. wird hervorgebracht durch die reducirende Einwirkung von Scliwefelwassersloff oder Scliwefelainmonium auf stickslofFhaltiga Verbindungen, welche man durch Behandlung gewisser Kohlenwassersloffe mit Salpe-S t e n h o u s e , iiber die stickstofiltigen Bestundtlteile etc. 199 tersliure erhalten hat. Ich schliefse diese Aufzahlung mit der Erwahnung einer vierten sehr wichtigen Gruppe, welcher das Anilin, Picolin, Petinin etc. angehiirt, welche man erhalt bei der Destillalion von Steinkohle oder von lhierischen Subslanzen, z. B. bei der Bereilung von Knochenbl und thierischer Iiohle. Es ist diem letzte Gruppe, auf welche die gegenwarlige Notiz sich bezieht. Es ist einigermafsen auffallend , dafs nach der Auffindung so vieler anderer Quellen fur diese Alkaloide, bis jelzt, so vie1 ich weirs, noch kein Versuch gemacht worden ist, sich solche aus den stark stickstofl'halligen Principien zu verschaffen, welche unler den Namen vegetabilisches Albumin, Fibrin, Casein etc. sich in allen Pflanzen und oft in sehr belrachtlicher Mcnge finden. Diese Beslandlheile sind bekannllich fast eben so reich an Stickstoff, als die correspondirenden animalischen Verbindungen; sie enlhalten im Durchschnitl ungefahr 15 pC. von diesem Elemenle. -Die Vernachlassigung dieser Subslanzen durch
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