𝔖 Bobbio Scriptorium
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Ueber die Existenz des Acetonins

✍ Scribed by Demselben,


Publisher
Wiley (John Wiley & Sons)
Year
1880
Weight
862 KB
Volume
201
Category
Article
ISSN
0074-4617

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✦ Synopsis


Ueber die Existenz des Acetonins; von Demsalben. Verschiedentlicli hahe ich bei Gelegenheit meiner Untersuchungen fiber die Acetonbasen die Beliauptung ausgesprochen, dafs eine Basis yon der Ztisarnmensetzung GH18N2, welche S t H d e 1 e r *] durch Einwirkung von Ammoniak auf Aceton erhalten haben wollte und die e r Acetonin genannt hat, unter diesen Urnstanden niclit entstc'nt. Ich habe aber diese Behauptung bisher nicht durcli genau den S t a d e 1 e r 'schen nachgeibildete Versache unterstutzt. S t I d e I e r sagt, es entstehe das Acetonin entweder durcii ttingeres Aufbewatiren, oder durch liingeres Erhitzerr in zugeschmolzenen Rahren, oder durch Erhitzen init Kalihydrat aus der Substanz, welche er Acetonernmoniak genannt hat, von der ich indessen nachgewiesen habe, dafs sie im Wesentlichen aus Diacetonarnin besteht.

Ich hatte aher hisher nur die I'roducte nntersucht, welche in mit Ammoniak gestittigtem Aceton bei i 0 0 0 C. entstehen. l n dem Aceton nluhte allerdings S t ti d e l e r ' s Acetonamnioniak enthalten sein, das sich nach ihm ja in der Kalle BUS mit Ammoniak gesiiltiglem Aceton biiden soll. Aber S t a d e I e r hat, wie es scheint, zu dein Versuch, das Acetonin darzustelien, die S u b t a n z berrutzt, wclche naclr Abdunstung des Aetlrers und des Amtons vorr jener Mischung zuriickbleibt. Ich habe deshalb gcnau nach S f 5 d el er's Yorschrift mittelst RUS dcr Vrrbinc!ung nrit seurem schwefligsauren Natron abgeschiedenen volllroiiimen reinen Aoetons sein Acetonammoniak, welches, wie ich wich auch diefsmd noch besonders aherzeugt habe, hauptsachlich aus Diacetonamin besteht, dar-*) Diem Annaien 1 x 1 , 308. des Acetollins. 4 03 gestellt nnd in ein Rohr eingeschmolzen 37 Stunden bei iOOo C . erhitzt. Die syrupartige Suhstanz wurde in absoluten Alkobol gegossen, in welchem Oxalsaure vertheilt war, und nun der Alkohol zum Kochen erhitzt. Die kochend filtrirte Lbsung setzte beiin Erkalten Krystalle ab, die mit Alkohol ausgewaschen alle Eigenschaften des neutralen oxalsauren Triacetonarnins hesafsen. Auffaliig war nur auf den ersten Blick, dafs sich in der Koclihitze so vie1 d a w n im Alkohol aufgelost hatte, dafs das ungc.liist Geblieberie rnit Alkohol gewaschen sich als reines 0xaIsaurt:s Ammoniak erwies , wahrend doch das aeutrale oxalsaure !'riacetoiiamiii in kochendern absoluten Alkohol aufsvrst srlrwrr liislich 1st. Die Ursachr! davoii ist aber die, daCs eiri bedeutendcr Ueberschufs von Oxalsauro angewendet worden war und d:is neutrsle oxalsaure Triacetonamin in vie1 Oxalsaure c:nthalteridem kochenden Alkohol in rt:ichliclier Merige liislich ist urid heim Erlialten aus dieser Liisung auch reichlich krystnllisirt.. Dafs ahrr tlas Salz wirkliclt oxalsaures Triacetonarnin war, ergiebt sich aus Folgeiidem : In kochendem Wasser zeigte es sich kaum etwas 16slicher als in kalteni. Die concwtrirte Losung gab auf Zusata concentrirter Platinchloridliisung eofort einen krystnlliriisclien Wiederschlag. Auf Zusatz voii concentrirter warmer KalilBsung schieden sich Oeltropfen ab, die beim Erkalten scbnell crstarrten und in der Warrne den campheriihnlichen Geruch tles Triacetonamins verbreiteten. Das daraas nach Zusatz von Platinchlorid durcli Verdunsten irn Vacuum, Ausziehen des Ruckstarides mit Aetheralkohol, Losen des darin Unliisliclien in heifseni Wasser und Verdunsten zur bystallisation erhaltegle Platirtsala besafs a l k Ejgenschafien dcr betreffenden Triacetonaminverbindung und euch ihre Zusamruensetzung. *) Diese Annden l W Q , 144. **) Daselbst lee, 228.


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1)icso hriiialcii C:sLV, 42. \*\*) 1)icsc Annnlen CXLV, 257. \*w) 'I'ngcblntt dcr Frankfurter Nutnrforsclm-Vciwmnlullg 1867. +) Zcitschrift fiir Chemir, nruc Folgo, IV, 25.