𝔖 Bobbio Scriptorium
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Ueber die Entstehung von Wasserstoffhyperoxyd bei der Verbrennung des Wasserstoffs

✍ Scribed by Traube, Moritz


Publisher
Wiley (John Wiley & Sons)
Year
1885
Weight
371 KB
Volume
18
Category
Article
ISSN
0365-9631

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✦ Synopsis


Es lag die Frage nahe, ob Wasserstoff, gleich wie Rohlenoxyd, bei Aueschluss von Wasser nicht brenne, und ob seine Flamme, mit kaltem Wasser in Beriihrung gebracht, Waseerstoffhyperoxyd an dasselbe abgebe. Verschiedene Gernenge von Wasserstoff und sorgfiiltig ( durch Baumwolle, Schwefelsaure und Raliumhydrat) gereinigter Loft, nach dem von D i x o n bei seinen Vereuchen angewandten Verfahwn sorg-Gltig getrocknet, widerstanden der Einwirkung elektrischer Funken nicht und explodirten. Dieses Resultat halte ich jedoch nicht fir e n t scheidend, da es meiner Ansicht nach unmiiglich ist, bei diesem Versuch die Anwesenheit dee Wassers v 01 1 k o m m e n auszuschlieesen. Die zur Durchleitung des elektrischen Funkens dienenden Drlhte bestehen aus Platin, das bekanntlich die Eigenschaft besitzt, Wasserstoff und Sauerstoff schon bei gewiihnlicher Temperatur zu Waeser zu vereinigen. Sind aber an der Ursprungsstelle der Entciindung nur einige Molekiile Wasser vorhanden, so wiirden sie zur Fortptlanzung der Entziindung geniigen , da Wasserstoff bei seiner Verbrennung selbst Wasser erzeugt. Der Versuch wiirde nur dann entscheidend sein, wenn man sicher sein kiinnte, die letzten Molekiile des Wassere beseitigt zu haben.

Dass das bei der Verbrennung des Wasserstoffs in Saueretoff sich niederschlagende Wasser Hyperoxyd enthiilt, ist bereits von S c h u l l e r l) nachgewiesen worden. Nach dessen Versnchen ist ein wesentliches Moment die Gescbwindigkeit, mit der das brennende Gas in das umgebende eindringt. 1st diese Geschwindigkeit sehr gering, so zeigt das condensirte Wasser nur Spuren von Wasserstoff hyperoxyd, wahrend bei namhaftem Ueberdruck auffallende Reactionen erhalten werden.

So schlug sich in einem Falle wahrend der Verbrennung von Wasserstoff in Sauerstoff Wasser nieder, welches in 1 g 0.0008 g Wasserstoff hyperoxd enthielt. Durch meine Untersuchungen iiber die Verbrennung des Kohlenoxyds2) kam ich auf die Vermuthung, dass Wasserstoff hyperoxyd nicht ein gelegentlich auftretendes Nebenproduct ist, sondern in allen Fallen von der Flamme reichlich erzeugt wird, dass es unter gewiihnlichen Umstanden, hier wie dort, fast vollstandige Zerstorung erleidet, dass es aber, wenn die Flamme auf Wasser trifft, der Zerstorung theilweise entgelit. In der That giebt j e d e , aucb unter l) Wiedem., Ann. Chem. Pharm. (1881') 1.5. 289.

Siehe die vorangehende Abhandlung.

') 10 ccm Wasser, nur wenige Minuten mit einem kleinen Wasserstoffflirmmchen in Berlihrunp, zeigen bereits intensive Reactionen auf Wasserstoffhyperox yd.


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✍ Traube, Moritz πŸ“‚ Article πŸ“… 1887 πŸ› Wiley (John Wiley & Sons) βš– 367 KB

## In friiheren Abhandlungen I) war ich zu der Folgerung gelangt, d-8 WaeseretoiThyperoxyd nur durch Vereinigung von m o l e c u l a r e m Sauerstoff mit Wrreserstoff, nicht aber durch Orydation von Wasser gebildet wird. Richarz O) behauptet, dam es auch auf letztere Weiee entatehen kiinne. Wtihre