Ueber die Einwirkung von Formaldehyd auf Anthranilsäure
✍ Scribed by Heller, Gustav ;Fiesselmann, Georg
- Publisher
- Wiley (John Wiley & Sons)
- Year
- 1902
- Weight
- 692 KB
- Volume
- 324
- Category
- Article
- ISSN
- 0074-4617
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✦ Synopsis
Mittheilung aus dem chemischen Institut der Universitat
Erlangen, Ueber die Einwirkung yon Pormaldehyci auf Anthranilsiiure ;
voii Gtrsfav Heller uiid Geory E'iesscltnaim.
Eingelaufen ani 20. Juli 1902.) Versuche, Formaldehyd mit Authraoilsaure zu combiniren, sind bereits von verschiedenen Forschern augestellt worden. So geben St. X i e m e n t o w s k i und B. O r z e c h o w s k i ' ) an, ibre Yersucbe, Methanal mit Anthranilsaure zu vereinigen, seien derart ungttnstig verlaufen, dass die weitere Untersuchung sistirt wurde. Kach Rl e 11 n e r !) wirkt Formaldehyd auf Anthranilsaure nur in saurer Liisung ein; man erhalte dabei ein leicht verharzendes Product oder hei starker Abkiihlung gelbliche, amorphe Flocken 3). N c h t vie1 mehr Erfolg hatte K a r l G o l d ~c h m i d t ~) , welcher in salzsaurer Losung einen amorphen , nicht charakterisirten Iiiirper erhalten hat, dem desinficirende Wirkung auf den Darm nachgeruhmt wird. Ein positives Resultat hat erst der Patentnehmer des D. R. P. 117 924 zu verzeichnen; denn es gelang ihm, ein Condensationsproduct von Formaldehyd und Anthranilsaure zwar nicht in fester Form zu isoliren, aber die intermediare Bildung desselbeu dadurch wahrscheinlich zu nlachen, dass er es mit 'j Bvr. (I. d~iitscli. eltern. tie>. BS, 2810. ' ) Juurn. f. pract. C'liem. 63, 243. 3 , Die Arbcit war bereits ini Gangc, als die Abhandlurig von X e h n e r ' ) Clierniker-Zeituiig 26, 179.
erschicn. H e l l e r u. F i e s s e l m a n ~, Einwirk. con E'ormalde?iyd etc. 119 Blauslure in das Xitril der Phenylgycincarbonsaure YOU der Formel X O O H C&, ' 'SlICH,CS uberfuhrte. Unsere Versuche waren erfolgreicher, da wir zeigen konnten, dass eine Verbindung aus Formaldehyd und o -Amidobenzoesaure im RIolekularverhaltniss von 1 : 1 (Schiff'sche Base) nicht existenzfahig ist, sondern unter allen Versuchsbedingungen, welche zu krystallisirten Producten fuhrten, auch unter solchen, welche der Bildung einer einfachen Anhydroverbindung besonders gunstig sind, eine dem Verhaltniss von ein Mol. Aldehyd auf zwei Mol. Amidosaure entsprechende Substanz, also cine Diphenaminbase, erhalten wird. Dieses Condensationsproduct entstebt und zwar ohne Xebenproducte sowohl in alkoholischer als in wiissriger Lbsung auch bei stetem ljeberschusse \on Formaldehyd. Seine Constitution muss die folgcnde sein: Die Verbindung gewinnt dadurch erheblich an Interesse, dass sie die erste Diphenaminbase ist, die ein Acetylderiyat liefert. Die Eigenschaften dieser Verbindung geben eine Erlilarung far die bisherigen Rlisserfolge bei dem Bemuhen, derartige Verbindungen zu charakterisiren. Die an und fur sich labilen Dipbenaminbasen werdeu durch den Eintritt yon Saurcradicalen noch Tiel unbestandiger und zerfallen sehr leicht in Formaldehyd und das Acylderivat der zu Grunde liegenden Base ". 6, In zmei anderen Fiillrr. liabe ich mirh daron iiberzeiigen kiinnen, (lass es miiglicli ist, diese imnierhin sehr labilen Verbindungen zu isoliren. So liisst sicli die Diplienaminbase des p-Toluidins, welche A. E i b u e r dargpstellt hat, aber niclit acylireu koiinte (diese Aiiiialeu 302, 3x), diircli Koclien mit Essigsiureauliydrid und ' ) Fur die Uebrrlnssung roll .intliraiiils,iure siiid wir drr Dadisciieu ' ) Die ~i i r s t c ' I I i i ~~g drr -vrbindung wurde ziim Patent ongemeldet. Aiiiliiiiiiid Sodafabrik zu Ihnk wrptliciiret. ' ) .Tourn. f. prnct. Cliem. 63, 393; vergl. aucli 1). It. P. lli92J. ' ") Ber. d. deutscli. cliem. Ges. 27, 1811. ") Journ. I. pract. C'liem. 33, (2.
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