Ueber die Cholsäure
✍ Scribed by Mylius, F.
- Book ID
- 102776723
- Publisher
- Wiley (John Wiley & Sons)
- Year
- 1886
- Weight
- 510 KB
- Volume
- 19
- Category
- Article
- ISSN
- 0365-9631
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✦ Synopsis
2000 410. F. Mylius: Ueber die Cholstiure.
[Zwcite Mittheilung.] (Eingrgangen am 14. Juli.) Bevor ich mir erlaube, anknupfend an meine friiliere Mittheilung 1 ) einige neue Versuche zu beschreiben , scheint es niir angesichts der in der Schreibweise der Gallensiiureu eiiigerisseneii Verwirrung unerlasslich, noch einrnal mit kurzen Worten die Frage nach der Zusamrnensetzung der Cliolsaure zu beruhren.
D i e Z u s a m m e n s e t z u n g d e r C h o l s q ure. Die Analysen r o n S t r e c k e r und ron allen denjenigeu . welche nach ihm sich rnit der Cliolslure beschiiftigten , haben unzweifelhaft gemacht, dass derselben die Zusammensetzung C24Hd0 0 5 zukoninit.
Die Formel C25 H ~0 5 beansprucht im Kohlenstoffgehalt 0.9 pCt. niehr als die Formel mit 24 I<ohlenstoffatomen. Diese Differenz ist so gross, dass bei einein so wolil definirten Kijrper, wie die Cholslure ist . die Analyse rollkonimen ausreicht, zwischen beiden Formrln zu entscheiden. Wenu gleichwohl einige Chemiker, zu denen H a ni- m a r s t e n und L a t s c h i n o f f gehiiren, an der Formel niit 25 Kohlenstoffatornen festhalteii, so riihrt dies daher, dass diese Forscher die genannte Formel mit den Resultaten der Analyse kunstlich in Einklaug bringen. M u l d e r 2, sclirieb die Cholsiure zur Zeit der alten Atomgewichte ClooH81 0 2 1 . Diese Formel hatte bei Einfuhrung der neuen Atomgewichte rerdoppelt werden niussen. Statt dessen zergliederte man sie zunlchst in C l o 0 H 8 ~0 2 ~ + HO und schrieb die Cholsiiure nach der neueii Schreibweise deiiigeniiiss C50Hs0 Ol0 + I/? HP 0 ocler c 2 5 Hao 0 s + '/4 HZ 0. So ist es erklarlich, dass bei Hinzurechnen eines viertel Molekiils Krystallwasser auch die Formel rnit 25 Kohlenstoffatomen den Thatsachen der Analyse entspricht. Der Vortheil, welchen die alte Formel M u l d e r ' s fur sich hatte, ist bei der neuen Schreibweise jedoch rerloren gegangen; aus dem ehenialigeii Constitutionswasser ist Krystallwasser geworden, welches das Molekiil der Cholslure in ihren Derivaten und Salzen nicht begleiten kann. Bei diesen stellen sich jetzt analytische Schwierigkeiten ein. Eiu Krystallwassergehalt der bei 130° getrockneten Cholsaure ist zudem sehr unwahrscheinlich uiid er ist unmoglich, wenn die Krystallisation BUS Alkohol geschah, da man weiss, dass die ausgeschiedenen Krystalle a11 Stelle roil Wasser All) F. Mylius, Diese Berichto HIX, 369. *) Mulder, Jaliresbericht lS47-1S48, 907
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Aus der Reihe der in jiingster Zeit publicirten Arbeiten m e ea wohl kaum eine solche geben, welche zu so vielen Irrthiimern und Widerspriichen gefiihrt bat , als die Uutersuchung der Oxydationsproducte der Cholsaure. --Ein Forscher nach dem anderen erhielt neue, mit den friiher erworbenen nicht in