Ueber den Einfluss der Strahlenbrechung im Beobachtungssaale auf die mit dem Meridiankreise bestimmten Declinationen
✍ Scribed by Herrn Professor H. G. Van De Sande Bakhuyzen
- Publisher
- John Wiley and Sons
- Year
- 1868
- Tongue
- English
- Weight
- 806 KB
- Volume
- 72
- Category
- Article
- ISSN
- 0004-6337
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✦ Synopsis
Ueber den Einfluss der Strahlenbrechung im Beobachtungssaale auf die mit dem Meridiankreise bestimmten Declinationen. Von Herrn Professor van de Sande Bakhuyzelz in Delft. w e n n man die Declinationen von denselben Sternen, mit verscbiedenen Instrumenten, oder niit demselben lnstrumente auf verschiedene Art hestinimt, vergleicht, fiieht man selir oft Unterschiede, zu gross, um aus zufilligen Beobachtungsfehlern erklart werdeo EU kliorien, und deren Ursache man vergebens in der lBicgung des Fernrnhres gesucht hat. Eine Vergleichung der Zenithdistanzen a u s den clirecten und den Reflex-Bcohachtungen zu Greenwich, welche jahrlich in den G r e e n w i c h O b s e r v a t i o n s mitpetheilt werden, und woriiber Airy in1 XXXII. Bande der ,,Me ni o i r s o f t h e R o y a l A s t r . S o c i e t y " eine interessante Abhandluiig gegeben hat, zeigt die genannfen Unterschiede ani deutlichsten.
Faye, welcher sie in drei Ahhandlnngen in den C o m pt e s r e n d u s Tome XXI., pap. 401, 635 und i 5 7 naher untersucht hat, nimrnt als Ursache die Strahlenhrechung im Beohachtungszimmer uod im Fernrohre an, und seine Berechnungen zeigen, dass sich bierdurch wirklich diese bis dahin unerklarten Anomalien ziim griissten Theile deuten Iassen. Auch Airy ist dieser Meinung heigetreteu. Es kam mir nacb den Untersiichungen von Faye nicht unniitz vor, nochmals die Richtigkeit seiner Erklarung durch die Resultate cler Beobachtungen zu priiferi, zumal da seit 1850, VOII welchem Jahre die Ahhancllungen Faye's datiren, die grossen, in Greenwich mit dem neuen Meridiankreise angestellteo Reihen von Beohachtungen publicirt sind , and hieraus sebr vie1 in dieser Hinsicht abgeleitet werden kann. Bei dieser Prufung dcr Theorie durch die Beobachtungen babe icb jedoch einen ganz anderenweg alsIihye eingePchlagen. Es i d die Behariptung zu Gruncle gelegt, dass, wenn die Strahlenhrechiing im Zimmer einen Einfluss ausiiht, dieser Einfluss verschiedcn sein wird, j c nachdeni die Temperatur jin Freien n i e d r i g e r oder h 6 h e r ist aln itn Beobachtungssaale. DemgeniBss wrrden die Zenithdistanzen y o n demselben Sterne verschieden sein , j e nachdeni sie a u s Beobachtungen abgeleitet sirid, welche in dem einen oder in dem anderen Falle angestellt und auf die gewiihnliche Art reducirt sind. Zur Liisung der Fragen, oh die Strahlenbrechung im Zimmer einen nachweisbaren Eirrfluss ausiibe, urid wenn dies der Fall ist, wie gross der Fehler sei, wozu sie Veranlassung 72r Bd. giebt, und welchen Gesetzen sie folge, habe ich desshalb die Unterschiede zwischen den Zenithdistanzen voo demselben Sterue berechnet , welche niit demselben Instruniente bei entgegeiigesetzteo Differeozen zwischen der Temperatur im Freien und im Beobachtungszimmer beobachtet sind, und babe dano aus diesen Uuterschieden weitere Schliisse gezngen. Ich hahe niich hei dieser Arbeit nur der Beobachtungen von Greenwich von 1851 his 1864 hedicrit und derjenigen, welche zu Kiinigsberg rnit deni Repsold'schen Meridiankreise 1842 bis 1844 von Bessel angestellt wurden, da diese unter denjenigen, welche niir zu Gehote etanden, die einzigeri wareo, bei deoen die innere und lusserc Temperatur angegeben, und bei welcben ausserdeni die Genauigkeit und die Anzahl der Beobachtungen bei entgegengesctzten Temperaturdifferenzen hiolanglich gross ist, uni einigermassen genaue Resultate zu versprechen. Beobachtungen nu Greenwich. § 1. Die Temperatur, welche hei der Berechnung der Refractioo gebraucht ist, wird angegeben durch ein Thermometer A, aufgehiingt im Abstande von 4 Fuss von der nbrdlichen Mauer des Meridiansaales. Die Temperatur des Saales wird durch ein im freien Luftzug des Zimmcr hangendes Thermometer B angegehen. Obschon e s fraglich ist, oh das Therniometer B die Temperatur der Luft hci dem Fadennetze im Fernrohre angiebt, so darf man doch behaupten, dass, falls der Unterschied der Thermometer A-B positiv ist, die Temperatur der Luft im Saale am Punkte, wo der Lichtstrahl in d a s Zimnier tritt, hiiher sein wird als am Ocular, dagegen niedriger hei negativem Werthe von A -LI: und diese Temperaturdifferenz wird ini Allgenieinen mit A-B zu-und ahiiehrnen. Aus den Sternen, von welchen man die Declinationen zu Greenwich bestinimt hat, wurden diejenigen ausgewahlt. von welchen Beobachtungen hei positioen und negativen Werthen von A -B vorlagen. Die Zahl derselben war ziendich be- schrlnkt, dcun our bei den Beohachtungea wahrend der Dlittagsstunden von Mzrz his October war A--B positiv; 16
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