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Typhus abdominalis und Paratyphus im Kindesalter w�hrend der Epidemie des Jahres 1945/46 in Mecklenburg

✍ Scribed by Stolte, Hermine


Publisher
Springer-Verlag
Year
1947
Weight
664 KB
Volume
65
Category
Article
ISSN
0044-2917

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✦ Synopsis


Wit batten w~ihrend der Epidemie des jahres 1945746 Gelegenheit. gut 400 F~itte von kindlichem Typhus abdominalis urid Paratyphu's in d'er l<linik zu beobachten. Das Krankengut War auf Grund des Flfichtlingszustromes aus den Ostprovinzen Deutschlands besonders bunt; augerdem ergaben sieh durch die allgemeine Typhusschutzimpfung im Herbst 1945 neue Blickpunkte ffir die Betrachtung, sowie interessante Beobachtungen und RfickschItisse auf den erzielten Impfschutz. Wit haben unklare F~iLle, sowie K0mbinatioiaen yon Typhus un'd Fleckfieber, Zwe[ Erkrankungen, die sich zuweilen schwer oder gar n'icht voneinander abgrenzen liegen, auger acht gelassen. Sie h~itten'-die folgenden Zahlen noeh um etwa 8--10 erhOht. So erlebten wit 221 E~rkrankungen bei Fli~ch~lingskindern, davon 197 an Typhus, 24 an Parat?]phus und 177 Erkrankungen Einheimischer, davon 159 Typhen und 18 Paratyphen. Die Haupterkrankungsziffern liegen, i'n den ersten drei bis:ifinf Monarch tier Epidemic, also yore Juli bis September: 1945; bis[n den November hinein~hielt die Welle yon Neuerkrankungen sich dann etwa auf gleicher H/~he, um his zum M~irz 1946 stark abzufallen. Die. Erkl~irung hierftir !iegt wohl weniger in dem .w~hrend des September :45 durchgeftihrten 6ffentlichen Impfscht~tz, als in den Witterungs-VerhNtnissen, da ]a tier Typhus abd: als eine an die Sommermonate gebundene Krarikheit ~ekannt ist. Auffaliei~d war, da~ die Erkrankungszah:len Schon w~ih-r~nd 'des JU'ti recht hoch lagen und fast bis 'zum Gipfe! de, August und September emp0rschnellten, w~hrend frtihere Epidemien gewSh~lich'erst im AtigSst auf-flamm~en.

In unser'e Behandlung kamen 303ungeschfitzte Kinder, 53 hatten einen vollwertigen Impfschutz. Von,43 Kindern .wul~en wir, nichtsfiber eine vorausgegangene Schutzimpfung, da die Anamnesett bei den Fltichtlingskindern nur unvollst~i.ndig zu'*erheben waren.

In'Bezug auf die Schwere der'ErlcranlcUngen erlebten wir einige'Oberraschungen: Einmal schonal'teind~rctl die Tatsache, dag die Flgclitlinge, rife Monate hiridtlrch' manct~er Unbtll in Bezug au, f Unterklinft,:,Kleidung und Verpflegung ausgesetzt waren, und deren Krfifte, and Ern'~hrurlgs-