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Totalsynthese von Eleutherobin: zum Schluß eine Überraschung

✍ Scribed by Xiao-Tao Chen; Bishan Zhou; Samit K. Bhattacharya; Clare E. Gutteridge; Thomas R. R. Pettus; Samuel J. Danishefsky


Publisher
John Wiley and Sons
Year
1998
Tongue
English
Weight
140 KB
Volume
110
Category
Article
ISSN
0044-8249

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✦ Synopsis


Die ¹Eleuthosideª sind eine Familie [1] mariner Naturstoffe mit cytotoxischen Eigenschaften. [1,2] Ihr interessantester Vertreter ist Eleutherobin 1, [3] das aufgrund seiner hohen Aktivität und des gemeinsamen Wirkmechanismus in die Reihe der tatsächlichen oder potentiellen Antitumormittel Paclitaxel, den Epothilonen und Discodermolid einzuordnen ist. Nicolaou und Mitarbeiter stellten kürzlich die erste Totalsynthese von Eleutherobin (und Sarcodictyin) vor. [4] Vor kurzem beschrieben wir mit der Synthese des Ketons 2 unsere eigenen Versuche zur Totalsynthese von 1. [5] Wir sahen in 2 eine Synthese-Plattform, von der aus die natürlichen Eleuthoside und eine groûe Zahl von Analoga hergestellt werden können. Als erstes wandten wir uns der Synthese von Eleutherobin 1 aus 2 zu (Schema 1). Der konventionelle Ansatz zur Lösung dieses Problems wäre, zunächst 2 in einen geeigneten Glycosyl-Acceptor zu überführen, indem ein C1-Fragment an den Kohlenstoff 3 geknüpft wird. Daneben müûte ein Glycosyl-Donor (z. B. der entsprechend aktivierte Arabinosyldonor 4) synthetisiert werden. Eine klassische Glycosylierung würde dann schlieûlich zu 1 führen. In dieser einfachen Formulierung bleibt die Frage, ob zuerst der Kohlenhydrat-oder der Urocanylrest einzuführen sind, vorerst unbeantwortet. Die Homologisierung des Enoltriflats 5 [6] um einen Kohlenstoff schien ein möglicher Weg zum Acceptor 3 zu sein. Entsprechend wurde das Keton 2 deprotoniert und sulfoniert (35). Wir werden bald auf diese Verbindung zurückkommen.

Zwar war die Frage der relativen Konfiguration des Aglycons und des Kohlenhydratteils von Eleutherobin für uns nicht zufriedenstellend geklärt, [7] wir gingen aber davon aus, daû sich die Verbindung von d-Arabinose ableitet. [4] Durch Peracetylierung von d-Arabinose und Einführung einer Ethylthiolgruppe am anomeren Zentrum stellten wir Verbindung 6 her (Schema 2). Die Hydrolyse der drei [*] Prof.