𝔖 Bobbio Scriptorium
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Tierexperimentelle untersuchungen zur enteralen bleiausscheidung

✍ Scribed by Witschi, H. P.


Publisher
Springer-Verlag
Year
1964
Weight
779 KB
Volume
20
Category
Article
ISSN
0367-9977

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✦ Synopsis


Einleitung

Eine Ausscheidung yon Blei in den Faeces wurde bei akuter und chronischer Bleivergiftung regelm/igig beobachtet (Li~eratur bei MOESCH-LI~), und zwar nicht nur nach peroraler, sondern auch nach intravenSser Applikation des Metalles (CAsTELLINO). Der der enteralen Bleiausscheidung zugrunde liegende Mechanismus ist allerdings noch nicht restlos gekl/irt; namentlich ist die seinerzeit yon Au]~ (zitiert nach MO~SC~LrN) postulierte Bleiausscheidung durch die Galle seit den Untersuchungen yon EvAns et al. nicht mehr fiber alle Zweifel erhaben. Das im Blu~ zirkulierende Blei mug offenbar noch auf anderen Wegen das Darmlumen erreichen. Eine MSglichkeit hierzu kann sich aus der bereits oft untersuchten Aufteilung des Blutbleis zwisehen Erythrocyten und Plasma ergeben (BAMBACH et al., CLARE-SOX und KENeR, ~V[OlgTENSEN und KELLOGG, TONPSETT und ANDERSON U. a. m.).

Es scheint, dag der grSflere Anteil des in der Blutbahn zirkulierenden Metalts in irgendeiner Form an die Erythroeyten gebunden ist [cellular oder am Serumproteinfilm (GRA?4LIett und MiYLL]~R) der Oberfl~che]. Ein gewisser Prozents~tz Blei, der von Autor zu Autor allerdings verschieden grol~ bestimmt wurde, ]iegt jedoch auch im Plasma vor. Wie fiir zahlreiehe andere kSrpereigene und kSrperfremde Substanzen kSnnten in diesem Fall P]asmaeiweige Ms ,,Vehikel" des Metalles dienen (Transporffunktion der Bluteiweige, BENN~OLD); einze]ne Plasmaproteinfraktionen des Kaninchens wurden berei~s yon TA]JDEI als Bleitr~ger identifiziert.

Es stellt sieh desha]b die Frage, ob der EiweifL Stoffwechsel einersei~s, der Bleitransport und damit aueh die Bleiausscheidung andererseits nicht mindestens teilweise miteinander verknfipft sind.

In den letzten 4 Jahren wurde erkannt, dab der Magen-Darm-Trakt im Eiweig-Stoffwechsel nicht nur ein resorptiv t/itiges Organsystem darstel]~, sondern auch ausscheidende Funktionen ausfibt. Es darf heute als gesichert gelten, dab ira Intestinaltrakt laufend native Serumeiweige aller Fraktionen aus der Blutbahn in das Darmlumen fibertreten. Dort werden sie durch die eiwaigspaltenden Fermente angedaut, zerlegt und vermutlieh als Aminosguren wieder rfickresorbiert. Diese warden teils dureh die Nieren ausgeschieden, tails einer Neuverwendung zugefiihrt.


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