Thermokinetische Messungen an flüssigen Systemen mit Hilfe eines Isoperibol-Kalorimeters
✍ Scribed by Dr. Albrecht Küssner
- Book ID
- 102089758
- Publisher
- John Wiley and Sons
- Year
- 1989
- Tongue
- German
- Weight
- 139 KB
- Volume
- 61
- Category
- Article
- ISSN
- 0009-286X
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✦ Synopsis
Die Ergebnisse kalorimetrischer Messungen gehoren zu den Grundlagen einer jeden verfahrenstechnischen Planung. Es interessieren sowohl die Warme-Werte der chemischen Umsatze als auch die Geschwindigkeiten ihrer Freisetzung (Thermokinetik). Im Hinblick auf die sehr gut definierten Zeit-Abhiingigkeiten der Temperatur-Ausgleichs-Vorgange in einem Isoperibol-Kalorimeter wurde dieses MeS-Prinzip fur die vorliegenden Arbeiten gewahlt. Voraussetzung fur die meBtechnische Erfassung der Temperatur-Differenzen in Abhangigkeit von der Zeit ist hier die Automatisierbarkeit der Messungen, d. h. die Unterstutzung durch Computer. Ein Isoperibol-Kalorimeter ist gekennzeichnet durch ein inneres Ge-faB, in dem der zu untersuchende kalorische ProzeB ablauft, und durch ein auSeres GefaS, welches das innere allseits umgibt, und das auf eine zeitlich konstante Temperatur geregelt wird. Zwischen beiden GefaBen ist ein definierter Warme-Widerstand angeordnet. Die von den zu messenden kalorischen Effekten unabhangige Temperatur-Regelung bedeutet eine Vereinfachung gegenuber herkommlichen adiabatischen oder isothermen Kalorimetem. Sie ist frei von der Gefahr systematischer Fehler. Der prinzipielle Nachteil eines Isoperibol-Kalorimeters besteht darin, daB die Temperatur des Reaktionsgemisches im Laufe der Messung variiert. Dieser Nachteil kann gering gehalten werden. Hierzu wurde ein geringer Warme-Widerstand zwischen den GefaBen gewahlt. Ferner ist das ReaktionsgefaS in Verbindung mit einem thermischen Ballast gebracht worden. Durch diese MaSnahmen wurden die Temperatur-hderungen auf weniger als +/-2 OC begrenzt. Wegen der Verfugbarkeit von MeSgeraten, welche Temperatur-Differenzen auf +/-0,001 OC zuverlassig zu messen und die Resultate digital an einen angeschlossenen Computer zu ubergeben gestatten, besteht die Moglichkeit zu einer ausreichend genauen automatischen Messung der Temperaturen als Funktion der Zeit.
Eine auf < +/-2 OC begrenzte Temperatur-hderung erscheint damit einerseits groB genug, um kalorische Effekte hinreichend exakt zu messen, andererseits gering genug, um isotherme Verhaltnisse mit tolerierbarer Naherung einzuhalten (van't Hoff sche Regel). Es resultiert ein einfaches und vielseitig einsetzbares Kalorimeter.
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