Therapie der koronaren Herzerkrankung mit NO-Donatoren. Nach wie vor eine wichtige Option
✍ Scribed by Thomas Münzel; Eberhard Schulz
- Publisher
- John Wiley and Sons
- Year
- 2010
- Tongue
- German
- Weight
- 760 KB
- Volume
- 39
- Category
- Article
- ISSN
- 0048-3664
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✦ Synopsis
Abstract
Nitrate stellen nach wie vor eine wichtige Therapiesäule der koronaren Herzerkrankung dar. Die gängigsten Präparate sind hierbei PETN, ISMN, ISDN und NTG. Neuere insbesondere vorklinische Untersuchungen haben geholfen zu verstehen, dass es sich bei der Gruppe von organischen Nitraten um eine heterogene Gruppe von Substanzen handelt, die zum Teil signifikant unterschiedliche Effekte auf die Expression von schädlichen bzw. protektiven Genen im Gefäßsystem besitzen.
NTG wird primär zur Behandlung des akuten Angina‐pectoris‐Anfalls eingesetzt und im Rahmen eines akuten Koronarsyndroms, vor allem wenn gleichzeitig ein Bluthochdruck vorliegt, venös appliziert. ISMN und ISDN haben in der Therapie der stabilen AP deutlich an Bedeutung verloren, während PETN hierbei vermehrt eingesetzt wird.
In Bezug auf die Toleranzentwicklung und Induktion einer endothelialen Dysfunktion scheinen diese Nebenwirkungen für ISMN, NTG und ISDN zu gelten, während sie bei einer PETN‐Therapie nicht oder allenfalls reduziert beobachtet wurden.
Bei der Therapie der schweren Herzinsuffizienz stellt die Vasodilatantientherapie, bestehend aus ISDN und Hydralazin, eine gute Ergänzung zu der klassischen Herzinsuffizienz‐Therapie, bestehend aus Betablockern, Schleifendiuretika, Aldosteronantagonisten und ACE‐Hemmern bzw. Angiotensinrezeptorantagonisten, dar.