Tetrakis(2,4,6-triisopropylphenyl)diplumben: ein Molekül mit einer Blei-Blei-Doppelbindung
✍ Scribed by Martin Stürmann; Wolfgang Saak; Heinrich Marsmann; Manfred Weidenbruch
- Publisher
- John Wiley and Sons
- Year
- 1999
- Tongue
- English
- Weight
- 111 KB
- Volume
- 111
- Category
- Article
- ISSN
- 0044-8249
No coin nor oath required. For personal study only.
✦ Synopsis
Disilene, Digermene und Distannene, Verbindungen mit Si-Si-, Ge-Ge-bzw. Sn-Sn-Doppelbindungen, sind inzwischen wohlbekannt, und ihre Eigenschaften wurden in mehreren Übersichtsartikeln beschrieben. [1, 2] Hergestellt werden sie meist durch Dimerisierung der primär erhaltenen Carbenanalogen Spezies R 2 E : (E Si, Ge, Sn). Diplumbene, Verbindungen mit einer Blei-Blei-Doppelbindung, waren hingegen bislang unbekannt. Ebenso sind strukturell charakterisierte Dialkyl- [3, 4] und Diarylplumbylene (-plumbandi-yle) [5, erst in den letzten Jahren beschrieben worden. Diese Verbindungen mit Elektronensextetten liegen sowohl in Lösung als auch im Kristall monomer ohne merkliche Pb-Pb-Wechselwirkungen vor. Ein erster Durchburch im Hinblick auf Blei-Blei-Wechselwirkungen zwischen Plumbylenmolekülen wurde kürzlich mit der Isolierung des heteroleptischen Plumbylendimers 1 erzielt, das einen Pb-Pb-Abstand von 353.7(1) pm und einen trans-Abknickwinkel der Substituenten vom Pb-Pb-Vektor von 40.88 aufweist. [7] Da die intramolekularen Wechselwirkungen in 1 zwischen den Fluoratomen der ortho-CF 3 -Gruppen und den Bleiatomen eine Blei-Blei-Bindung eher schwächen als stärken sollten, [7] haben wir auf analogem Weg das ebenfalls heteroleptische Plumbylen 2 hergestellt, das im festen Zustand als Dimer mit einer gegenüber 1 kürzeren Blei-Blei-Bindung von 337.0(1) pm und einem Abknickwinkel von 46.58 vorliegt. [8] Allerdings sind die bei 2 und 1 festgestellten Blei-Blei-Abstände noch deutlich länger als der für die Stammverbindung H 2 Pb PbH 2 errechnete, der zwischen 295 und 300 pm liegt. [7, 9, 10] Da für die Bildung einer Blei-Blei-Doppelbindung offensichtlich die Wahl der Substituenten von entscheidender Bedeutung ist, haben wir die 2,4,6-Triisopropylphenylgruppe (Tip) verwendet, die nicht nur die Synthese des ersten Tetrasilabuta-1,3-diens, [11] sondern auch die Bildung des bisher einzigen Distannens ermöglichte, das in Lösung nicht in Stannylenmoleküle zerfällt. [12] Der erste Versuch zur Herstellung des Plumbylens 3 war von Okazaki et al. unternommen worden, die zwar die Existenz dieses Teilchens bis À 40 8C in Lösung durch Abfangreaktionen nachweisen konnten, als Feststoffe jedoch nur die Plumbane Tip 3 PbX (X Br, I) isolierten.