Synthese von Polypeptiden. XXIII
โ Scribed by Fischer, Emil
- Publisher
- Wiley (John Wiley & Sons)
- Year
- 1908
- Weight
- 804 KB
- Volume
- 41
- Category
- Article
- ISSN
- 0365-9631
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โฆ Synopsis
Durch gemaBigte Hydrolyse von Seidenfibroin haben E. A b d e rh a l d e n und ich ein in Wasser leicht Iosliches, aber durch Ammoniumsulfat ausfkllbares Produkt gewonnen, das wir nach dem Resultat der totalen Hydrolyse fur ein Tetrapeptid von 2 Mol. Glykokoll, 1 Mol. d-Alanin und 1 hlol. I-Tyrosin glaubten halten zu durfen I).
Um diese Ansicht weiter zu prufen, schien mir die Synthese \on Tetrapeptiden aus den 3 Aminosauren in dem oben angegehenen Verhaltnis erwiinscht, da ihr Vergleich mit dem Abbauprodukt der Seide am schnellsten uber dessen Struktur AufschluB gehen konnte.
Fur den Aufbau yon Tetrapeptiden strhen uns jetzt verschiedeoe
Uethoden zur Verfugung. Wegen der Enipfindlichkeit und geringeo Krystallisationsneigung der Tyrosinderivate schien es mir aber zweck-maBig, diese Aminosaure zuletzt in das System einzuschieben. Deshalb wurde T y r o s i n e s t e r kombiniert mit C h l o r a c e t y l -c l -a l a n y lglycin. Fur die Kupplung diente dessen Chlorid, das sich niit Phosphorpentachlorid und AcetylchIorid verhaltnismPIjig Ieicht hereiten lafit.
Der hei der Kupplung entstehende Ester ist rxvch verseifbar, und die hierbei gebildete Halogensaure,
C1
CHz CO .NH. CH(CH3) CO . NHCHa CO . NHCH(CH:,.CsH*.OH)COOH, wird durch Behandlung mit wabrigem Bmmoniak in das entsprecherde Tetrapeptid, NHzCH~CO.NHCH(CH~)CO.NHCH~CO. NH CH (CHa . Cc HI. OH) COOH, Glycyl-d-alanyl-glycyl-l-tyrosin ubergefiihrt. Dieses hat init dem Abbauprodukt der Seide wohl manche Ahnlichkeit, denn es wird durch Phosphorwolframsaure und Tannin leicht gefiillt, giht die Millon sche Reaktion, wird durch PankreasaaM hydrolisiert und dreht in waWriger Losung schwach nach rechts. Aber es zeigt andererseits in dem Verhalten gegen Ammoniumsulfat, wovon es nur sehr schwer ausgesalzen wird. einen $0 groBen Unterschied, daB man beide Korprr fur verschiedrn h:dten muB. Dieses ltesultat ist nicht gerade uberraschend ; denn die %ah1 der striikturisomrren I) Diese Berichte 40, 3544 [1907].
Fur die Gewinnung einer zweiten derartigen Substauz schien die Kupplmg von rr-Brompropionyl-glycyl-glycin rnit Tyrosin der geeignete Weg zu seiu. Leider zeigten sich aber schon bei der Darstellung des Chlorids Schwierigkeiten. Das inaktive cr-Brompropionyl-glycyl-' glycin lost sich zwar bei der Behandlung mit Acetylchlorid und Phosphorpeutachlorid, aber das Chlorid ist so empfindlich, daS seine Reindarstellung bisher nicht gelang. Mit dem Rohprodukt lassen sich allerdings Synthesen ausfuhren j denn durch Kupplung mit Glykokollester konnte inaktivsr Brompropionyl-diglycyl glycinester und daraus das noch unbekannte dl-Alanyl-diglycyl-glycin gewonnen werden, Aber fur die Vereinigung mit dern Tyrosinester ist dns unreine Chlorid doch kaum geeiguet.
Noch weniger befriedigend war das Resultat bei dem aktiveu a-Brompropionyl-glycyl-glycin j denn es lost sich erheblich schwerer in Acetylchlorid oder Chloroform, untl eh iet bisher uberhaupt nicht gelungen, daraus ein fur Synthesen geeignetes Chlorid darzustellen. t l -B r o m p r o p i o n J 1g 1 y c in. 10.5 g Clykokoll (1 Mol.) ~u r d e n in 70 ccrn 2-fach u.-Natronlauge gelost n n d in der iiblichen Weise unter starkem Kiihlen und Schiitteln mit 16 g (1 Mol.) d-Brompropionylchlorid, das aus einer Yaure von der Drehung CI = + 41.8O bereitet war, nnter Zugabe weiterer 46 ccm 2-fach n.-Natronlauge gekuppelt. Nach beendeter Operation wurde die Losung niit 30 ccrn 5-fach n.-Salzsaure angesauert, im Vakuum zur Trockne verdampft und der Ruckstand erschopfend rnit Ather behandelt, wovon ziemlich vie1 niitig ist, falls aul3er dem Kochsalz auch das Kuppluugsprodukt krystallisiert ist. Nach dem Trocknen mit Natriumsulfat wurde die Btherische Liisung eingeengt und mit Petrollither gefallt. Beim Reiben krystallisierte das Produkt sofort. Ausbeute 16.8 g oder 85 O/O der Theolie, auf Chlorid berechnet.
Zur Verwandlung in das Dipeptid ist das Rohprodukt rein genug.
Zur Analyse wurde es aus 2 Volumteilen Essigather umkrystallisiert iind im Vakuumexsiccator uber Schwefelsaure getrocknet.
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