Supramolekulare Katalyse der Spaltung von Estern und Amiden durch einen zweikernigen Bariumkomplex
✍ Scribed by Roberta Cacciapaglia; Stefano Di Stefano; Erik Kelderman; Luigi Mandolini
- Publisher
- John Wiley and Sons
- Year
- 1999
- Tongue
- English
- Weight
- 126 KB
- Volume
- 111
- Category
- Article
- ISSN
- 0044-8249
No coin nor oath required. For personal study only.
✦ Synopsis
Zu den aufregendsten Bereichen der supramolekularen Chemie gehört die Entwicklung abiotischer Katalysatoren mit einigen Merkmalen natürlicher Enzyme, die für die Effizienz der Katalyse von Bedeutung sind. [1] Unsere Bemühungen zielen auf die Entwicklung supramolekularer Katalysatoren nach einem Modulkonzept ab. Dies sieht vor, einen für eine bestimmte Reaktion wirksamen Katalysator über einen Spacer kovalent mit einem Rezeptor zu verknüpfen, der zu einem an der Reaktion unbeteiligten Teil des Substrats komplementär ist.
Wir zogen den Bis(barium)komplex 1 ´2 Ba 2 mit dem homoditopen Liganden 1, bei dem zwei Aza[18]krone-6-Einheiten durch einen m-Xylylenspacer verknüpft sind, als potentiellen Katalysator für die Spaltung des Amids 3 und des Esters 5 durch Ethanolat in Betracht. Die beiden Metallionen sollen dabei unterschiedliche Funktionen erfüllen (Abbildung 1): Das eine soll das nucleophile Ethanolat binden und aktivieren, [2] das andere hingegen zur Verankerung der distalen Carboxylatgruppe des Substrats dienen. Der synergetische Einfluû zweier Metallzentren wurde bereits von mehreren Arbeitsgruppen bei der Entwicklung von Modellen für Zwei-Zentren-Enzyme erfolgreich genutzt. [3] Neuartig an unserem Katalysator ist, daû die Substraterkennung nicht an einer reagierenden, sondern an einer distalen Gruppe ansetzt. [3] Die Grundidee hinter unserem Abbildung 1. Computermodell des Komplexes aus dem Katalysator 1 ´2 Ba 2 , dem Nucleophil Ethanolat und dem als Substrat dienenden Amid 3 (Struktur II in Schema 1).