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Sulfurierte Oele und Vorschläge zu deren analytischer Bewertung mit Rücksicht auf praktische Verwendung in der Lederindustrie

✍ Scribed by Stadler, Oswald


Publisher
Wiley (John Wiley & Sons)
Year
1924
Weight
927 KB
Volume
31
Category
Article
ISSN
0366-7960

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✦ Synopsis


99 gering war, wurde nur die Bromzahl bestimmt = 106 und der Brechungsexponent (20O) = 1,5195. Diese Zahlen stimmen gut auf unverandertes Holzol. Damit erscheint qir der Beweis erbracbt, dass die Trocknung des Holzols eine durch Osydation, vielleicht auch durch andere chemische Umwandlung (durch E i b n e r s Arbeit kommt diese kaum noch in Frage) nur eingeleibete Gelbildung ist. Der eigentliche Prozess des Festwerdens ist ein rein kolloidchemischer, der sich, falls weitere Veranderung ausgeschlossen wird, in typischer Weise in einer ,,Alterung" fortsetzt, so dass das Dispersionsmittel, bezy. der fltissige Anteil z. T. ausgestossen wird, wie dies j a auch bei anderen Oelen haufig geschieht. Bleibt das Oel an der Luft, so setzt sich die Oxy-dation weiter fort und es wird eine Art von .Pseudomorphose" gebildet, die die Struktur bestehen lasst. Dieser Teil der oxydativen Vorgange wirkt also formstabilisierend auf das System ein. Wird die Oxydation verliindert;, wie bei tneinem Praparat, so treten die typischen Alterungserscheinungen ein : es erfolgt eine weitgehende Synarese. Meine Untervuchungen bestiitigen also die Befunde und Ansichten E i b n e r s vollkommen. Ueber die sogenannte Polymerisation werde ich mich spater in dieser Zeitschrift aussern, wenn die fast abgeschlossenen Arbeiten, die ich rnit Herrn H. Cohen unternommen habe, zur Publikation reif sein werden. Sulfurierte Oele und Vorschlage zu deren analytischer Bewertung rriit Riicksicht auf praktische Ver wendung in der Ledwindustrie. (Mitteilungen aus dem Laboratorium der Fa. Oberst und Michel, Frankfurt a. M.) Von Oswald Stadler. Unter vorliegender Anschrift bringt die Zeitschrift nCoIIegiumL' folgende Mitteilungen, die wir mit Genehrnigung der Sctiriftleitung des Collegiums und des Verfasser zum Abdruck bringeu. In der Lederindustrie verwendet man all-A. Ttirkischrotole auf der Basis von Sulfo-Ricinusol aufgebaut und zwar: a) entweder in fettsaurer Modifikation, b) in neutraler Modifikation. B. Sulfurierte Trane (frei von ktinstlich zugesetztem ,,UnverseifbarenU). C. Emulsionsole auf der Basis von Ttirkischrotijl bzw. sulfurierter Trane hergestellt, mit wechselnden Mengen eigens zugesetzter unverseifbarer Oele usw. D. Sulfurierte Mineralole irn eigentlichen Sinn. Die in der Praxis am haufigsten angetroffenen Oele sind solche der Gruppe A. und C. Man findet diese Oele in der Ober-und Unterlederfabrikation. Oele der Gruppen B und C sind wohl auch in Lederfabrikation aiizutreffen, doch nur in besonderen Fallen und zur Erzielung besonderer Wirkungen.