Substratspezifische Hydroxylierungen von Steroiden mittels Pilz-Stämmen der Gattung Gibberella. Mikrobiologische Reaktionen, 9. Mitteilung
✍ Scribed by J. Urech; E. Vischer; A. Wettstein
- Book ID
- 102856925
- Publisher
- John Wiley and Sons
- Year
- 1960
- Tongue
- German
- Weight
- 756 KB
- Volume
- 43
- Category
- Article
- ISSN
- 0018-019X
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✦ Synopsis
In einer fruheren Mitteilung3) haben wir die Hydroxylierung von Cortexon in der 15a-Stellung4) mittels Gibberella baccata (WALLR.) SACC. beschrieben. In der Folge wurden die Studien rnit diesem Pilz sowie mit Gibberella saubinetti (MoNT.) SACC.~), einem weiteren Vertreter derselben Gattung, fortgefuhrt. Uber die Ergebnisse wird im folgenden kurz berichtet.
Bei der Inkubation von ll/3-Hydroxy-A4-androsten-3, 17-dion (Hydroadrenosteron, I) mit G. baccata konnte keine Umsetzung beobachtet werden; hingegen erhielten wir rnit G. saubi9zetti als Hauptprodukt eine neue, nach ihrer Analyse monohydroxylierte Verbindung IIa vom Smp. 221-222" (korr.), [ G C ] ~ = +222" (CHCI,), die gemass UV.-und 1R.-Absorption neben Hydroxylgruppen die unveranderte 44-3-Keto-sowie die 17-Keto-Gruppe enthielt. Letzteres wurde durch den positiven Ausfall der Farbreaktion rnit m-Dinitrobenzol 8, bestatigt. Bei der Behandlung rnit Acetanhydrid und Pyridin bei Zimmertemperatur entstand ein Monoacetat IIb vom Smp. 206-207", das gemass 1R.-Spektrum noch eine freie Carbinolgruppe aufwies. Diese konrite mittels Chromtrioxyd-Pyridin zum entsprechenden Keton IIIb oxydiert werden. Die gleiche Substanz erhielt man auch, wenn das Hydroxylierungsprodulrt IIa zuerst unter milden Bedingungen (Chromtrioxyd-Pyridin, Zimmertemperatur, 4 Std.) zu IIIa dehydriert und anschliessend acetyliert wurde. Aus diesen Daten ging hervor, dass die neu eingefuhrte Hydroxylgruppe sekundar sein musste. Da die UV.-Absorption von Substanz IIa in alkalischem Milieu unverandert blieb, fielen die Stellungen 6 und 7 fur die neue Hydroxylgruppe aus. Weil die Verbindung IIa durch Perjodsaure nicht angegriffen wurde, und weil die Substanz IIIb gegeniiber Wisrnuth~esquioxyd~) bestandig war, konnten weiter die Stellungen 2, 12 und 16 ausgeschlossen werden. Die Tatsache, dass sich die Acetylierungsprodukte