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Strategisches Abstimmungsverhalten in legislativen Entscheidungsprozessen: Ein Fallbeispiel

✍ Scribed by Martin Senti


Publisher
Swiss Political Science Association
Year
1998
Tongue
German
Weight
262 KB
Volume
4
Category
Article
ISSN
1420-3529

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✦ Synopsis


Zusammenfassung

Dass in legislativen Entscheidungsprozessen die Majoritätsregel grundsätzlich instabil ist, gilt als klassisches Resultat der Public‐Choice‐Theorie. Es sind vielfach die institutionellen Verfahrensregeln, die bei Auftreten zyklischer Mehrheiten letztlich das Resultat bestimmen. Dass politische Akteure unter Ausnutzung der Entscheidungsregeln durch strategisches Abstimmungsverhalten kollektiv unerwünschte Entscheidungen auch bewusst herbeiführen können, ist ebenfalls Gegenstand der theoretischen Literatur. Umstritten ist jedoch die empirische Evidenz des strategischen Abstimmungsverhaltens. Diese Fallstudie beschreibt eine Entscheidung aus dem schweizerischen Ständerat, in welcher eine Akteurgruppe durch strategisches Abstimmungsverhalten ein rational zu erwartendes Entscheidungsresultat verhindern konnte. Der Beitrag liefert eine theoretische Ergänzung der in der Literatur unter der Bezeichnung "Rettungs"‐ und "Killer‐Anträge" beschriebenen manipulativen Festlegung der politischen Agenda: In paarweisen Mehrheitsabstimmungen kann durch Hinzufügen zusätzlicher Lösungsalternativen politischen Gegnern auch ungewollt die Möglichkeit eröffnet werden, durch eine strategisch verfälschte Präferenzäusserung ein paradoxes Resultat zu erzielen.