Stoffwechselprozesse der Darmflora II. Hauptthema Stoffwechselwirkungen der Mikroflora
✍ Scribed by Haenel, H. ;Grütte, F.-K.
- Publisher
- John Wiley and Sons
- Year
- 1984
- Tongue
- English
- Weight
- 414 KB
- Volume
- 28
- Category
- Article
- ISSN
- 0027-769X
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✦ Synopsis
Stoffwechselprozesse der Darmflora
H. HAENEL und F.-K. Griitte Der Mensch ist Lebensraum fur IOL4-~ Bakterien, von denen der uberwiegende Teil im Verdauungskanal, vor allem im Dickdarm, lebt. Hier laufenwie in einer black boxmikrobielle StoITwechselprozesse, die nach Qualitat, Qudntitit, Dynamik und Wirkung auf den Wirt nur in Umrissen bzw. an einigen Effekten erkennbar sind. Fast alle in den Dickdarm gelangenden organischen Substanzen und Nahrstoffe, Ballaststoffe, Xenobiotika, ferner Verdauungssekrete und Epithelzellen des Wirtes gehen ein in makroorganischejmikroorganische Stoffwechselketten und -abliufe, die im einzelnen nicht iiberschaubar sind. Es werden Beispiele fur die Verstoffwechselung von Nahrstoffen, speziell von Aminosauren, gegckn, auf morphologische. physiologische, biochemische, immunologische und pathologische Effekte der Darmflora wird hingewiesen, wie sie nach Versuchen an keimfreien Tieren erkennbar geworden sind. sowie mikrobielle Einwirkungen auf Ixbensvorgange des Wirtes werden angeschnitten.
Der Mensch ist Lebensraum fur lOI4-1015 Bakterien (neben Protozoen, Hefen und Viren bzw. Bakteriophagen). Davon lebt der iiberwiegende Teil im Verdauungskanal. Zahlen und Stoffwechsel in Magen und Diinndarm liegen niedrig. Im Dickdarm laufen dagegen mikrobielle Stoffwechselprozesse ab, die zu den intensivsten und kontinuierlichsten in der belebten Natur zahlen. Sie werden bewirkt von > 10" Bakterien/g Dickdanninhalt. Daran beteiligen sich in unterschicdlichen Mengen 400-500 verschiedene Species. Jede dieser Species, jeder Typ, ist gekennzeichnet durch ihr charakteristisches Enzymspekt rum.
In der belebten Natur sollen etwa 10000 Enzyme wirken, 2000 davon sind bekannt. Die Frage nach Anzahl und Art der im Dickdarm vorhandenen oder aktiven Enzyme ist nicht zu beantworten, geschweige denn die nach der Art ihres Zusammenwirkens. Jedoch sind Informationen uber die einzelnen enzymatischen Leistungen umfangreich (Tab. 1). Auf Abbauwege sei an Hand einiger Abbauschemata eingegangen. Abb. 1 beschreibt die Wege des vollstiindigen anaeroben Abbaus der Hauptnahrstoffe durch fermentierende, wasserstoffbildende, acetogene und methanbildende Bakterien. Abb. 2 gibt eine Darstellung des mikrobiellen Katabolismus von Proteinen und anderen Stickstoffverbindungen im Dickdarm. Die mikrobielle Aminbildung aus Aminosauren wird in Tab. 2 zusammengestellt, wobei jeweils einige typische Aminbildner mit angegeben sind.
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