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Stoffwechselprodukte von Mikroorganismen. 89. Mitteilung [1]. Synthese von zwei diastereomeren 2, 4, 6-Trimethylpimelinsäuren. Ein Beitrag zur Stereochemie des Borrelidins

✍ Scribed by W. Keller-Schierlein; M. Brufani; R. Muntwyler; W. Richle


Publisher
John Wiley and Sons
Year
1971
Tongue
German
Weight
547 KB
Volume
54
Category
Article
ISSN
0018-019X

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✦ Synopsis


Organisch-clieniischcs Laboiatoriuni dcr Eidg 1 d i n Ho~hschule, Zurich Sz~mn~ury. 13y conventional inethotls a niisturc of diastcraonicric 2,4,6-tri1nctl1ylpimelic acids was prepared and scparatecl by countcr-currcnt distribution. 'The two meso-compounds were isolatcd in crystalline form, one of them (n1.p. 130') giving ; I dimcthyl cster identical with a degradation product of the antibiotic borrclidin. Thc chirality (2-R,4-v, 6-S) of the acid of 1n.p. 130" was tictermined by a n X-ray structural analysis (sce folloving paper).

Im Verlauf der

Konstitutionsaufklarung des 13orrelidins liaben wir vor einiger Zeit durch oxydativen Abbau niit Salpetersaure neben andcren Produkten eine 2,4,6-Triniethylpimelinsaure erhalten und in Form ihres Dimethylesters cliarakterisiert. Die Konstitution des Esters konnte aus spektroskopischen Daten eindeutig abgeleitet werden [a], iiber die Stereochemie des Abbauproduktes bestanden jedoch bisher kaum Anhaltspunkte. Da die NMR.-Signale der beiden cc-standigen Methylgruppen zusammenfielen, konnte bestenfalls verniutet werden, dass eine der beiden moglichen nzeso-Formen VIII oder I X vorlag, denn fur die d,l-Form X ware eine etwas verschiedene Lage der beiden Dublette zu erwarten. Da der Ester durcli Abbau nicht in geniigendcr Mcnge fur eine Ibnfigurationsbestimmung zuganglich war, haben wir versucht, das Problem mit syntlietischem Material zu losen. Unsere Synthese ging von der meso-Dimethylglutarsaure aus, deren Anhydrid (I) 131 nach der Methode von Vaugghan et al. 141 mittels Natriumborhydrid Zuni rac. cZ'~-2,4-Dimethyl-5-hydroxypentansaurelacton (11) reduziert wurde. Bei der Uiiisetzung des Lactons I1 mit 13romwasserstoff in Methanol [5] wurde vorwiegend der entsprechende Hydroxysaure-methylester erhalten. Hingegen verlief die Addition von Bromwasserstoff an das Lacton in Eiscssig glatt, worauf die bromiertc Saure I11 mit Bromwasserstoff in Methanol verestert wurde. Der bromierte Ester I V wurde mit Methylmalonester nach Bailey & Sorensepz 161 umgesetzt. Der substituierte Malonester wurde ohne vorherige Reinigung verseift. Die Decarboxylierung der Tricarbonsaure durch einstundiges Erhitzen auf 170-150" lieferte ein Gemisch diastereomerer 2,4,6-Trimethylpimelinsauren als gelbliche zahfliissige Masse. Durch eine Craig-Verteilung uber 1000 Stufen liesseii sich zwei isoniere Trimethylpinielinsauren mit den Verteilungskoeffizienten 0,61 und 0,77 (Maxima in den Stufen 380 und 435) mit Ausbeuten von ca. 30 und 50% isolieren. Die aus den Fraktionen 328-386 gewonnene, in geringerer Menge anfallende Saure sclimolz nacli Umkristallisieren aus U'asser und aus Essigester-Heptan bei 97", die Fraktionen 411 bis 450 gaben nach dein Unikristallisieren ein Produkt mit Snip. 130". Die Analysen, IR.-