Stereochemische Untersuchungen organischer Verbindungen von Elementen der 5. Reihe des Periodensystems
✍ Scribed by L. Horner
- Publisher
- John Wiley and Sons
- Year
- 1967
- Tongue
- German
- Weight
- 850 KB
- Volume
- 50
- Category
- Article
- ISSN
- 0018-019X
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✦ Synopsis
dessen 100. Geburtstag wir in diesem Jahr begehen, war ein Stern einzigartiger Grössenordnung am geistigen Horizont Europas. Aus einfachen Verhältnissen stammend hat dieser Geistesheros in der Lebensspanne eines halben Jahrhunderts eine Leuchtkraft entfaltet, die bis in die fernsten Jahrhunderte hineinwirken wird. ALFRED WERNER ist als Leibwesen von uns gegangen, seine Ideen aber auszuschöpfen wird die Aufgabe von Jahrhunderten sein.
ALFRED WERNER war ein universeller Chemiker. Aus seiner Feder sind 128 anorganisch-chemische und 45 organisch-chemische Arbeiten hervorgegangen. Auch seine organisch-chemischen Arbeiten haben unvergänglichen Gehalt und sind zu Grundpfeilern der organischen Chemie geworden. Er bearbeitete die Chemie der Oxime, Hydroxam-und Hydroximsäuren, Hydroxylaminderivate, Azo-, Azoxy-, Hydrazo-und Nitroverbindungen; diese Untersuchungen wurden ergänzt durch Arbeiten über Farbstoffe und Phenanthrenderivate und über die WALDEN'sche Umkehrung.
Dem Geist der Zeit folgend hat sich der junge ALFRED WERNER zunächst der organischen Chemie zugewandt. Hiervon zeugen die Themen seiner Doktorarbeit, seiner Habilitationsschrift und seiner Antrittsvorlesung.
ALFRED HANTZSCH, einer der Wegbereiter der theoretischen organischen Chemie, war sein Doktorvater. Zwischen beiden Männern bestand zeitlebens ein herzliches persönliches und kollegiales Verhältnis.
Mir ist heute die ehrenvolle Aufgabe übertragen worden, einen Vortrag zu halten über «Stereochemische Untersuchungen organischer Verbindungen von Elementen der 5. Reihe des Periodensystems)}. Ich möchte vorausschicken, dass ich dieses semesterfüllende Thema naturgernäss in einer Stunde Redezeit nicht nach allen Koordinaten hin ausleuchten kann. Ich sehe den Sinn des heutigen Vortrages vielmehr darin, einen Überblick zu geben und Zusammenhänge aufzuweisen. Ich möchte Sie deshalb einladen zu einer Fahrt durch die Chemielandschaft der Elemente der 5. Gruppe des Periodensystems, wobei wir uns wie ein Autofahrer nicht der Betrachtung einzelner Blumen am Wegerande widmen können. Wir wollen Uns vielmehr dem Genuss des Wechsels des Landschaftsbildes öffnen.
Zunächst einige Orientierungsregeln. In der Stickstoff-und Phosphorchemie überwiegen die drei-und vierbindigen Systeme. Beim Arsen, Antimon und Wismut ist die Fünf-und Sechsbindigkeit begünstigt. Dieses Verhalten kann aus den Atomenergieniveaus abgeleitet werden (s. Schema 1).
Beim Stickstoff mit der Atomnummer 7 beträgt der Energieunterschied zwischen 25-und 3d-Bahn ca. 23 eV, beim Phosphor mit der Atomnummer 15 beträgt die Energiedifferenz zwischen der 35-und 3d-Bahn nur 16,5 eV; beim Chrom mit der
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